— 115 — Der Herozog von Modena 
mußte sein Land verlassen und an die Republik abtreten. Ihm 
Wird eine Schadloshaltung im Breisgau versprochen, aber bis dato hat er noch kein anderes Land erhalten. Die Breisgauer wollten ihm nicht huldigen, beka- men aber 
eine französische Exekution. Jetzt heißt es 
wieder, dieser Herzog soll das Bistum Salzburg und Vamberg bekommen, als Entschädigung. Mit der Regierung in der 
Schweiz ist es alle Augenblick anders,' ihnen wurde laut 
dem Friedensschluß ver- williget, eine Regierung nach ihrem Gefallen einzuführen. Es wurde daher in Bern der große Regierungsrat versammelt; aus allen Kantonen wurden Bevollmächtigte abgesandt; 
aber sie wurden nicht einig, denn die neuen Regenten behaupten die neue Regierung; die Gesandten von Uri, Schwuz und Unterwalden sind davongelausen und behaupten die alte Regierung. Endlich ist der Landammann Reding 
als erster Landammann in der Schweiz gewählt worden, und die 
Regierung soll nach dem alten eidgenössischen Fuß eingeführt werden. Allein die französischen Anhänger lagen 
dem französischen Konsul Vonaparte immer im Ohr und verlangten Unterstützung von ihm. Wie geht es in der Schweiz noch zu? 18V2. Im verwichenen Jahr war wiederum Wein und Korn gewachsen, aber alle Schulden wollten jetzt 
bezahlt sein. Vom Kriegswesen wissen wir gar nichts mehr, wie 
es steht. Wir haben die Zeit unseres Lebens an den Kriegskosten zu zahlen. Die jetzt- malige Militär-Rechnung 
beläuft sich auf 350 092 fl und die Brandschatzungen betragen noch mehr. In diesen Kriegsjahren haben die Herren vorarlbergischen Landstände 
eine gewisse Sorte kaiserlicher Münzen ins Land ein- geführt, nämlich einfache und doppelte 14 Kreuzer Stücke, die alle auf 14 oder 28 Kreuzer 
gerufen sind. Nach vollendetem Krieg wurden sie wieder abgerufen und von den Oesterreichern 
umge- wechselt. In den Reichslanden aber 
wurden sie nicht angenom- men, noch ausgewechselt. Wir mußten sie an feindliche Orte hin und wieder auswechseln, teils für 9. auch für 11 
Kreuzer, also wurden Hierlands viel tausend Gulden 
an diesem Geld verloren, weil wir alles für voll wegen Handel und Wandel annehmen
        

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