- 70 - schwarze Tod, die Pest, wütete furchtbar, Teuerung und Hungers- not uud die Geißel der Hexenprozesse schlugen das Volk hart. Verschiedene Kaiserliche Administrationen vermochten Keine Hilfe zu schassen und schließlich blieb dem tiefverschuldeten Grafen- haus Kein anderer Ausweg als der Verkauf der Herrschaften. Graf Jakob Hannibal III. von Hohenems verkaufte 1699 au den Fürsten Hans Adam von Liechtenstein zunächst die Herrschaft Schellenberg, um mit der VerKaufssumme die ties verschuldete Vermögenslage seines Hauses zu heben, und dreizehn Jahre später die Grafschaft Vaduz. Fürst Hans Adam hatte sich bei dieser Er- werbung von reichsunmittelbarem Besitz von dem im fürstlichen Hause schon längst bestandenen Wnnsch leiten lassen, Sitz und Stimme auf der Fürstenbank des Schwäbischen Kreises und Auf- nahme ins Reichsfürstenkollegium zu erlangen. Unter dem Fürsten Anton Florian wurden Vaduz und Schellenberg zu einem Primo- geniturstammgut erklärt und von Kaiser Karl VI. durch das Palatinatsdiplom vom Jahre 1719 zum reichsunmittelbaren Fürstentum Liechtenstein erhoben. Gegen den Willen des Fürsten Johann I. zwang Napoleon das Land zum Anschluß an den von ihm gegründeten Rheinbuud, aus dem bisherigeu Reichsverband losgelöst, wurde es ein souveräner Staat. Durch den Beitritt zum Rheinbund ist das fürstliche Haus Liechtenstein in die Reihe der voll souveränen Häuser getreten und seine Souveränität wurde in der Folge, besonders auf dem Wiener Kongreß rechtsgültig und feierlich bestätigt. Die Kongreß- akte von 9. Juni 1815 bieten hiefür vollgültiges Zeugnis. Be- dauerlicherweise hat das fürstliche Haus von seiner souveränen Stellung Keinen oder nicht entsprechenden Gebrauch gemacht und seine Souveränitätsrechte stets nur sehr ungenügend betont, für die äußere Repräsentation, besonders sür eine entsprechende diplomatische Vertretung fast nichts unternommen, was gerade in der Gegenwart von nachteiligen Auswirkungen ist.
        

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