- 69 - Landes. Er nahm auch eine Zweiteilung von Churrätien vor und zwar in die Grasschaft Chur und in Churwalchengau oder Unterrätien, zu welch letzterem das heutige Gebiet von Liech- tenstein gehörte. Als im Jahre 911 die Karolinger mit Lud- wig dem Kind ausstarben, welche 143 Jahre über Churrätien geherrscht hatten und das deutsche 
Reich sich in Herzogtümer auflöste, vereinigten die Grafen von Rätien im Kampfe gegen König Heinrich I. Rätien und Schwaben zum Herzog- tum Alemannien, dessen letzter Herzog der unglückliche Kon- radin der Hohenstaufe war, uud verwalteten Unterrätien als eine besondere Grafschaft. Aus der Gesamtlandschaft von Unterrätien heraus 
entwickelten sich die zwei selbständigen Herrschaften Va- duz und Schellenberg, das heutige Fürstentum. Von 1200—1416 wurde es von dem berühmten Grafengeschlechte der Montfort und Werdenberg und von den Herren von Schellenberg regiert. Die große Verschuldung zwang den letzten Grafen von Werden- berg-Vaduz, Hartmcmn IV., Bischof von Chur, zum Verkaufe der beiden Herrschaften an die aus dem Kanton Bern stammenden Freiherren von Brandts, ein hochangesehenes und mächtiges Ge- schlecht, dessen Sprosse Ortlieb von Brandts durch 33 Jahre das Bistum Chur mit großem Ruhme regierte. Mit dem Erlöschen des Brandis'schen Geschlechtes — der letzte dieses edlen Hauses war Johann von Brandis, Dompropst in Chur — Kam das Land 1507 durch Erbschaft an die Grafen von Sulz, welche es in für- sorglicher Weise regierten, die Kriege fernzuhalten und der dro- henden Glaubensspaltung mit ihren unheilvollen Folgen zu be- gegnen wußten. Die Grafen von Sulz waren eines der ältesten Geschlechter des Schwabenlandes. Um so drückender wurde die Regierungszeit der Grafen von Hohenems. welche 1613 die beiden Herrschaften Käuflich erwarben. Jahrzehntelange militärische Einquartierungen, Trupvendurchzüge, die Einfälle der Schweden, Brandschatzungen und Kontributionen und das verschwenderische Leben einzelner Grafen lastetet schwer auf dem Laude, der
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.