- 68 - andern machten sie zur Provinz Rätien uud teilten diese wieder in Raetm pi-iirm, Hohenrätien oder Churrätien mit Luris, dem heutigen Chur als Sitz des Kaiserlichen Statthalters, und Kseris secuncla mit der 
Hauptstadt ^uZN8w Vinclelioorum, den: heutigen Augsburg. Fast auf Schritt und Tritt begegnen uns in unserem Lande die Spuren der das Keltische verdrängenden römischen und der aus ihr abgeleiteten romanischen Sprache in den Orts- und Flurnamen, in der Bezeichnung mancher Geräte des täglichen Lebens und in überaus zahlreichen Funden. Bereits vor dem Jahre 300 wnrde in den rätischen Landen das Christentum verkündet, der erste Glaubensbote war der hl. Luzius, der Ueberlieferung nach ein britannischer König, der nach seiner Taufe Krone und Szepter niederlegte, sich als Missionär nach dem Festlande begab, von Augs- burg auf der Römerstraße den rätischen Alpen zuzog, in Chur, von wo aus er seine Missionsreisen unternahm und wo er auch begraben liegt, des Märtyrertodes starb. Die Stürme der Völker- wanderung und der Zusammenbruch des weströmischen Reiches schufen auch in Rätien einen Umsturz der bestehenden Verhält- nisse. Die von Norden Kommenden Alemannen 
Konnten sich zwar in Churrätien nicht fest niederlassen, bedrängten aber die Einwohner hart, bis ihnen Theodorich der Große dauernde Wohn- sitze in Kaetia 8eouncla anwies, von wo aus 
sie sich auch über Churrätien verbreiteten und das romanische Element verdräng- ten. Vom grünen Irland herüber Kamen die Heiligen Gallus, Fridolin, Pirmin und Sigisbert, die heidnischen Alemannen zum Christentum zu bekehren. 491 Jahre war Churrätien unter den Römern, 17 Jahre unter OdoaKer und 43 Jahre unter den Ost- goten gewesen, als es nach Theodorichs d. Gr. Tode und dem Untergange der Ostgoten im Jahre 536 an die fränkischen Könige Kam. Die Landesverwesung wurde eiuem Präses übertragen, welches Amt eine Zeitlang die Bischöse von Chur ausübten. Karl d. Gr. stellte einen weltlichen Grafen an die Spitze des
        

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