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- Jas «MM LichleWll vlller Sem Mten Nhann ü. i. In einer Zeit, in der ein fast unbegrenzter Fortschritt ans den Gebieten des Handels und der Industrie, des Verkehrs nnd der Produktion eine starke Absage an alle Kleinstaaterei be- deutet, in Zeitläusen, denen ein ausgeprägtes Streben nach Grün- dung von Staaten auf nationaler Grundlage 
eigen ist und die wenig Verständnis für die Eigenart und Bodenständigkeit Kleiner Nationen besitzen, erscheinen die paar Kleinstaaten Europas, deren Selbständigkeit ein merkwürdiges Geschick wahrte, wie eine sonnige Erinnerung aus den Tagen des Mittelalters, einem go- tischen Kirchlein in einem versonnenen Erdenwinkel vergleichbar, über 
das sich sagenreiche Linden schirmend neigen. Gerne hält da der weitgereiste Wanderer Rast und genießt den Zauber einer entschwundenen Romantik. Dieser Kleinstaaten sind nicht mehr viele: Die Republik An- dorra in den östlichen Pyrenäen mit ihren paar tausend Bauern und Hirten, ihreSchwester San Marino im EtrusKischen Apennin, MonaKo, das vielgenannte Fürstentum, umschmeichelt von den Palmen des Südens und reich geworden durch seine Spielsäle, endlich in den nördlichen Alpen das Fürstentum Liechtenstein. Den Bürger eines Großstantes mutet das Ländchen wie der Anblick eines Holzschnittes von Ludwig Nichter an, wenn er es in sechs Wegstunden rüstigen Fußes durchwandert — seine Länge beträgt, von der Norarlberger Grenze bei Bangs bis an die Tore Graubündens unterhalb der Festung Luziensteig etwa 36 Km; oder wenn er von einer der prächtigen Bergeshöhen dieses Gebilde eines Miniaturstaates ausgebreitet 
vor sich liegen sieht. Aber überall wird er die Zeichen einer wohlgeordneten Staats- verwaltung und in der Handvoll Menschen alemannischen Schlages, die diesen Fleck Erde mit den fremdartig Klingenden Orts- und Flurnamen romanischen oder rätischen Ursprunges be-
        

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