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- VI. I/art pour I'si't, die Kunst um der Kunst 
willen, ist das Schlagwort der Moderne, das will sagen, der Maler muß einzig und nur malen, Inhalt und Tendenz seiner Bilder sind völlig indifferent, 
Hauptmotiv ist strengste Sachlichkeit und zwar in radikaler Ablehnung aller Künstlerischen Ueberlieferungen und Stilformen. Bei dieser souverainen Verachtung aller überlieferten Gesetze und Wege zur Schönheit mußte natürlich die Kunst auf bedenkliche Abwege geraten und die modernsten Richtungen eines Kubismus und Futurismus müssen beinahe als Produkte eines Künstlerischen Irrsinns angesehen werden, aus denen der ödeste Materialismus gähnt und aus denen nicht ein Schimmer einer Urschönheit entgegenleuchtet. Nie war und Kann die Kunst Selbst- zweck sein. Denn die „snima rmtui-glitsi- eKriZtiana", die von Natur aus christliche Menschenseele strebt immer nach dem Ewi- gen uud ihre verschiedensten Aeußerungen sind letzten Endes auf das Ewige eingestellt. Ohne Gott gibt es Keine Kunst und wird diese von den ewigen Ideen uud den sittlichen Normen losgelöst, fällt sie, wie die Kunst der Gegenwart betrüblich genug dartut, der Zerrissenheit und der Verflachung anheim. Licht und Lust und Farbe, Bewegung und Ausdruck, mögen sie auch durch eine allererste Maltechnik dargestellt werden, 
werden sich nie zu einer die schönheitssuchende Seele befriedigenden Harmonie vereinen, wenn die Schafsenskraft des Künstlers 
abgetrennt ist von der tragenden Idee Gottes. Schließlich wurzelte auch das höchste Schönheitsideal der Griechen im Himmel der griechischen Götter, im Olymp, wie überhaupt die schönsten Blüten antiker und christ- licher Kunst am Born der religiösen Ideale gewachsen sind. Kunst und Religion sind Schwestern. Des großen Michelan- gelos Verse, wenige Jahre vor seinem Tode geschrieben, dringen aus den Urgrund der wahren Kunst: Nicht Marmor uud nicht Farben friedet mehr Die Seele: Gottes Liebe 
sucht sie einzig, Die vom Kreuz die Arme uach uns öffnet
        

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