- 22 - - Galerie Rubens überhaupt nicht zn Kennen ist und wenn heute achtundzwanzig Werke des Vlamländers und darunter erstklassige Schöpfungen des Meisters die Gemäldesammlung zieren, unter ihnen das berühmte Portrait der beiden Söhne des Meisters, so ist das Verdienst dem Kunstsinn dieses Fürsten zuzuschreiben, den nicht nur der hohe Ruhm großer Kriegerischer Erfolge fchmückt, der auch die vorbildliche Förderung der Künste zu seiner Lebensaufgabe zählte. Das schönste Frauenbildnis, das der Pinsel des großen van Duck geschaffen hat, schmückt gleichfalls als seine glückliche Erwerbung die Galerie neben einer Anzahl bedeutender Werke des unsterblichen Niederländers. Auch glückte es ihm, ein einzig- artiges Werk des berühmtesten Bildhauers des 16. Jahrhunderts zu erhalten, einen Cavallo, ein Reitermodell von Giovanni da Bologna, dem glücklichen Nachahmer Michelangelos, das heute im Rubenssaal der Galerie ausgestellt ist. Der Fürst besaß auch eine glückliche Hand in der Auswahl seiner Galeriedirektoren, unter denen die beiden Fanti, Vater und Sohn, hervorragen. Um die Mittel für feine artilleristischen Studien im Dienste Oester- reichs aufzubringen, veräußerte er die berühmte Bronze des Adoranten, ein unvergleichliches Werk antiker Kunst aus dem 4. Jahrhundert, ausgezeichnet durch edelste Formenbildung, nn den König Friedrich von Preußen. F ü r st Alois I. bereicherte die Sammlung um fast 366 Gemälde, darunter sind bedeutende Bilder von Paolo Veronese, Carlo Dolci, Nicolaus Poussin, Ru- bens, Jan Breughel, Franz Luy, Gerard Seghers, Philips Wou- vermann, Angelika Kaufmann. Unter dem Fürsten Johann I. wurde die Galerie in das Palais in der Nassau übertragen und hat hier in dem edel-ernsten Barockbau von stiller architektoni- scher Größe, in einem prachtvollen Park gelegen, mit gewaltigen Freitreppen, mächtigen Sälen, unter denen der Marmorsaal zu den hervorragendsten Barocksälen von Wien gehört, in der reichen Ausstattung mit Kostbaren Gobelins, antiken Statuen, Büsten und Bronzen, Holzskulpturen, Kunstwerken der Keramik und Glas-
        

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