Fürst Karl überließ Kaiser Rudolf II., dessen Geheimrat und Obersthofmeister er war, Gemälde und andere Kunstwerke. Aus seiner Regierungszeit stammt der älteste Bestandteil der liechten- steinischen Kunstsammlungen, eine lebensgroße Bronzefigur Christi als Schmerzensmann, ausgeführt von dem niederländi- schen Bildhauer Adriaen de Vries, der in der Schule von Giovan- ni da Bologna seine Ausbildung erfahren hatte. Dem gleichen Meister wird die ebenfalls vom Fürsten Karl erworbene Bronze des hl. Sebastian zugeschrieben. Den Grund zur Gemäldegalerie legte der von hohem Kunstsinn erfüllte Fürst Karl E 
u s e- bius (regierte 
von 1627—1684). In einer von ihm selbst ver- faßten Instruktion für seinen Sohn und Nachfolger Hans Adam, die 356 Folioseiten umfaßt und in der 
er sich ausführlich über alle Zweige der Verwaltung verbreitet, legt er diesem in einem besonderen Kapitel ..Von den Gemälden" die genaue Wahrneh- mung der „Quardaroba" nahe, er möge die Bilder ob ihrer Kunst, ihrer Seltenheit und ihres Wertes sorgfältig und liebevoll behan- deln. Seine Erwerbungen für die Galerie Können nicht mehr mit Sicherheit festgestellt werden,- vermutlich Kaufte er die beiden Bil- der von Guido Reni, den großen hl. Hieronymus und die stim- mungsvolle, in Helles Silberlicht getauchte „Heilige Nacht", eine Hauptschöpsung Renis aus seiner mittleren Schaffenszeit, sowie das prächtige Bild von Peter Paul Rubens, Maria Himmelfahrt, das eines der herrlichsten Werke der ganzen Galerie ist und auf jeden Beschauer einen unvergleichlichen Eindruck macht. Ur- sprünglich ein Altarbild der Pfarrkirche in Feldsberg wurde es vom Fürsten Wenzel den Wiener Sammlungen eingefügt. Noch besaßen die reichen Sammlungen Kein würdiges Heim, bis F ür st Hans Adam, in den 
Jahren 1699—1711 das Majoratspalais in der Bankgasse aufführen ließ, das vermutlich eine Schöpfung eines Mitgliedes der Architektenfamilie Martinelli und in seiner stolzen Pracht und vornehmen Ruhe eines der glänzendsten Werke der österreichischen BarockarchiteKtnr ist. Die gesammelten Kunst-
        

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