— 174 - Wenn am Feste der hl. Dreifaltigkeit schönes Wetter ist, kriechen die Aepfel und Birnen auf die Bäume hinauf und haben eiserne Stiele, d. h. sie fallen nicht ab, bis zur Reife. Wenn man an Johanni (Johannes des Täufers) 3 Aepfel oder Birnen auf einem Baume sieht, werde es bis zur Reife ein Korb voll. Von den Kräutern und Blumen, die am Feste Mariä Äimmel- sahrt in der Kirche geweiht werden, wirft man bei Gewittern ein Stücklein in das Kerdfeuer, um das Kaus vor Blitzschlag zu schützen. Der am Tage des hl. Magnus (6. September) stattfindende Bittgang der Schaaner, Vaduzer, Triesnerberger und Balzner nach Triesen soll zu dem Zwecke gelobt worden sein, um die Ernte vor Angeziefer zu schützen. Am Tage des hl. Bischofs Martin (11. November), der unser Landespatron ist, beziehungsweise am nächstfolgenden Sonntag findet das Kirchweihfest statt. An diesem Tage kommen die „Pföhlar" (die über den Äerbst gedungenen Äüterbuben) zu ihrem Bauern zum Mittagessen, das besser ausfallen muß, als eine gewöhnliche Sonn- tagsmahlzeit. Am Tage des hl. Johannes des Evangelisten wird in der Kirche der Iohannessegen ausgeteilt (geweihter Wein, der durch den Priester mit dem Kelche an der Kommunionbank den Gläubigen gereicht wird). (Weitere mit bestimmten Tagen verbundene Bräuche und Sprüche siehe meine Vaduzer Sprüche, Jahrbuch des historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein Band 17 S. 98 ff.) in leerer Gruß geht barfuß. Vom trinken lauen Kaffees werde man schön. Noch boshafter ist das Wort: Kalter Kaffeedampf mache schön. Ein Floh auf der Äand, ein Brief im Land. A Äand voll Lütaguh (Leutegunst) ist meh wärt, as a Äand voll Taler. Äat Jemand zu viel getrunken, so hat er: an Rusch, an Äa- bemus, Oel im Äuat, an Fahna, an Fetza. ̂ ^< <<(^.? Wenn jemandem das linke Ohr singt, wird er von lieben Mitmenschen verhechelt. Singt es im rechten Ohr, so wird man gelobt. Wenn eine Scheere oder ein Messer auf den Boden fällt und mit der Spitze im Boden stecken bleibt, kommt Besuch.
        

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