- I7l Die Äochzeiten wurden hier bis vor einigen Jahren am Montag nach der letzten kirchlichen Verkündung gehalten. Das ist jetzt durch die 
kirchlichen Vorschriften, wornach zwischen der letzten Vertun- dunq und der Trauuug noch mehrere Tage liegen müssen, außer Aebung gekommen. Der Brauch, den Brautleuten auf dem Weg von der Trau- ung ein Seil vorzuspannen und dadurch von ihnen 
ein Geschenk zu fordern, ist in Vaduz nie 
recht heimisch gewesen und kam nur ver- einzelt vor. Brautführer und Brautfllhrerin (Trauzeugen) 
waren meist die - Paten der Brautleute. Der 
Bräutigam schenkt der Braut das Brautkleid, die Braut dem Bräutigam dagegen ein weißes Hemd. Als beliebte Kochzeitstage galten der Kilbimonrag (Montag nach Martini) und die letzten Montage der Fastnacht. Während der Verkündung sind die Brautleute nicht in der Kirche 
zugegen. Meist ging man 
an diesen Tagen nach auswärts, um Einkäufe für den neuen Hausstand 
zu besorgen. HTei Todesfällen wurde früher das Beileid mit den Worten aus- ^ gesprochen: Tröst Gott Euer Leid. Ruft nachts der „Tschiwik" (Käuzchen) in der Nähe eines Hauses, so wird 
in 
diesem Hause bald ein Todesfall eintreten. Wenn am Samstag im Hauptgottesdienst während der hl. Wandlung die Turmuhr schlägt, wenn es in den offenen Kelch schlägt, so wird in jener Woche in der Gemeinde jemand sterben. Wenn an einem Samstag ein Grab offen steht, werde es in drei aufeinanderfolgenden Wochen in der Gemeinde Leichen geben. Wenn jemand gestorben war, versammelten sich früher alle Verwandten und Bekannten abends im Sterbehause zum gemein- samen Gebete, wobei die drei Rosenkränze (ein Psalter) gebetet wurde. Nach dem Psalter blieb die engere Verwandtschaft und Freundschaft zum Wachen zurück und wurde mit Wein und Kaffee bewirtet. Dieses Versammeln größerer Menschenmengen und die zahlreiche Nachtwache ist seit etwa 15 Jahren behördlich abgeschafft beziehungsweise eingeschränkt.
        

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