— 18 — Mensch gewesen", 
läßt sich mit vollem Rechte auf den Fürsten Johann II. anwenden und damit ist 
der Schlüssel zur überragen- den Bedeutung Seiner Durchlaucht im Kunstleben der Gegenwort gegeben. Schon im Mittelalter, in einer Zeit, in welcher der deutsche Adel im Allgemeinen noch wenig Neigung sür die Künste zeigte, da das Sammeln von Kunstschätzen diesseits der Alpen erst mit dem beginnenden 17. Jahrhundert in Uebung Kam, begannen einzelne Mitglieder des fürstlichen Hauses ihr reges Interesse für die Erzeugnisse der bildenden Kunst und des Kunstgewerbes zu betätigen. Georg III. von Liechtenstein, bereits in jungen Jahren Dompropst zu St. Stefan in Wien und Kanzler der neuerrichteten Wiener Universität, einer der wenigen aus dem Hause Liechtenstein, die sich dem geistlichen Stande zuwand- ten und der Einzige, welcher die Würde eines Bischofes beklei- dete,, verlor als Bischof von Trient l.1399—1419) im Kampfe mit dem Herzog Friedrich IV. von Tirol, Friedrich „mit der leeren Tasche", sein auf dem Kastell clel buon (üonsiZlio zurückgelasseues Privateigentum, das ihm der Herzog wegnahm und dessen Ver- zeichnis aus einem Dokument von 141V erhalten ist — eine Kul- turgeschichtlich hochinteressante Urkunde. Diese zählt Kostbare PontisiKalgewänder und Kirchliche Geräte auf, wertvolle Bücher der Theologie, des Kirchen- und Zivilrechtes, prächtig gebunden und mit Miniaturen geziert, über 140 Stück silberne und vergol- dete Gesäße, darunter das prunkvolle, edelsteinbesetzte Tafelge- schirr. Hartmann II. von Liechtenstein, der 1544—1585 lebte, war ein großer Liebhaber seltener Bücher und zahlreiche von ihm gesammelte bibliophile Seltenheiten bilden einen wertvollen Be- standteil der fürstlichen FideiKommißbibliotheK in Wien. Mit der zunehmenden Entwicklung des Hauses Liechtenstein, beson- ders seit der unter Karl I. von Liechtenstein erfolgten Erhebung in den erblichen Fürstenstand, 
mehrten sich die Kunstsammlungen.
        

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