- 162 - Den in Rücksicht auf den Wärmeverlust schmalen Zugang zum Raume L haben wir uns als mit einem Vorhange verschlossen vorzu- stellen. Ein aufgefundener flacher Kragstein mit eingetiefter Rille für die Vorhangstange bestätigt die auch anderorts gemachten Wahrnehmungen. Die angetroffenen Zustände des Tepidariums (3.30 : 3 m) waren von so dürftiger Art, daß nur noch die Anlage der Äypo- kaustpfeiler, die hier durchwegs aus viereckigen Ziegeln von I5V-» : I5V4 cm Größe bestanden zu haben scheinen, wie der Einbau von Äeizziegeln (Kachelwände, die zum Abzüge der Rauchgase und letz- ten Ausnützung der Wärme dienten) aus ihren negativen Abdrücken an der Ostmauer (Abb. 2) festgestellt werden konnte. An der Tür- ecke waren 4, an der Südecke 5 Reihen verfolgbar. Aus dürftigen Anhaltspunkten war die Lage des Fußbodens bloß zu errechnen. Der Raum hatte weißen Mörtelverputz und diente wie betont dazu, durch seine gemäßigte Temperatur den Körper für die große Äihe des Dampf- oder Schwitzbades vorzubereiten. In ebensolchem Zustande kam das Caldarium (Raum (ü) ans Tageslicht. Die Anlage der Äypokaustpfeiler (Pilae), die hier un- regelmäßig aus Ziegeln (25x26x6 cm) wie aus Molassesandstein bestunden, war noch teilweise an Ort und Stelle zu erkennen. Die Einteilung des Caldariums, das einst durch Fenster in der Kuppel über der Nische beleuchtet war, entspricht auch hier völlig der üblichen Weise. Wir haben dem Zugange gegenüber die Warm- wasserbadewanne (slveus), links die Äalbkreisnische (laeonicum), in diesem das Labrum (Kühlbecken mit Wasser, mit dem sich die Ba- denden bespritzten). Im freien Naume der Mitte (3.20 : 3 m) machte der Badende gymnastische, schweißfördernde Aebungen. Auffallend und für eine fortgeschrittenere, also jüngere Ent- wicklung der Badeanlage sprechend, ist die Anordnung der Bade- wanne direkt an das Präfurnium, wodurch die erste Äitze der Wanne zugute kam und das hier jedenfalls in Röhren zugeleitete Wasser gleich in dieser erwärmt werden konnte, während es sonst in Privat- häusern hereingetragen zu werden pflegte. Von der Badewanne hatte sich nordseits noch ein Stück er- halten, das interessante Einblicke in ihre Anlage gestattete. (Vgl. Detail 14—15 des Äauptplanes). Als Zwischendichtung waren Leisten- ziegel (tsz-ulse), von denen die Leisten entfernt waren, benützt worden. Die Verkleidung erfolgte mit stark ziegelmehlhaltigem Estrichmörtel.
        

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