— 182 - Eine Hauptaufgabe des historischen Vereines seit Herbst 1927 war die Durchführung von Ausgrabungen römischer Baureste in Schaanwald. Veranlaßt wurden diese Aus- grabungen dadurch, daß bei der Gewinnung von Schotter für Ver- besserung eines Feldweges in den Maurer Wiesen oberhalb Schaan- wald auf den Grundstücken der Herren Emil Marxer Nr. 32 und Eduard Marxer 111 in Mauren Mauerreste zum Vorschein kamen. Durch die Arbeiter aufmerksam gemacht, erstattete Herr Rup. Ritter, dipl. agrar. der Vereinsvorstehung Bericht, welche sofort sich der Sache annahm. Seine Durchlaucht stellten zunächst 600 Frs. für diesen Zweck gnädigst zur Verfügung, und es wurde mit diesen Mitteln im Winter und Frühling 1928 eine römische Badeanlage freigelegt, von der noch ziemliche Baureste vorhanden waren. Eine Beschreibung dieser Vaureste aus der Feder des Herrn Konservators Adolf Hild vom Landesmuseum in Bregenz finden Sie im heurigen Jahrbuche. Nach genauer Aufnahme dieser Baureste und Anlage eines Planes sowie Festhaltung des Bestandes durch Photogra- phien, wurden die Baureste wieder zugedeckt, nachdem der fürstl. Regierung im Hinblicke auf die Bestimmungen des Art. 445 des Sachenrechtes Bericht erstattet und die Wiedereinfüllung gutge- heißen worden war. Es wurden zwar besonders von Feldkirch aus wiederholt Anregungen gemacht, die Vaureste nicht mehr mit Erde abzudecken. Doch konnte auf diese Anregung nicht eingegangen werden, nachdem die Mittel für eine wirklich sachgemäße Konser- vierung fehlten und die Erfahrungen gezeigt hatten, daß bei län- gerem Offenlassen der Ausgrabungen diese durch die Witterungs- einflusse und die Unachtsamkeit der Besucher rascher Zerstörung anheimfallen würden. Umfragen und Augenscheine bei Ausgra- bungen in anderen Gegenden (z. B. in Äugst bei Basel) haben übrigens ergeben, daß die Wiederabdeckung derartiger Baureste mit Erde die Regel bildet. In den letzten Wochen wurden die Ausgrabungen fortgesetzt, nachdem Seine Durchlaucht der Landesfürst für diesen Zweck einen weiteren Betrag von 1000 Frs. huldvollst zur Verfügung zu stellen geruhten. Es wurden hierbei Mauerreste einer römischen Villa mit Nebengebäuden freigelegt. Ferner ein Stück einer Römerstraße, vermutlich der Hauptstraße, die zur Römerzeit durch unser Land führte.
        

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