— 150 — Äosstatt, seinen Wein-, Obst- und Krautgarten, seine Bündt und seine Bibliothek. Äofkaplan Karl Regele (5 1711) vermachte 500 Gulden für den Schulfonds in Vaduz. Johann Treffet und Barbara Äoop 300 Gulden für die Schule in Schaan. In den Akten jener Tage kehrt die beständige Klage wieder über die ungenügende Vorbildung einiger Jugendbildner. Die den Akten beiliegenden Schriftproben der Lehrer bestätigen diese Klage. Die Schulung bestand vielfach in der Art, daß der Kandidat einige Zeit bei einem Lehrer praktischen Unterricht nahm. Es fehlte die Seminarbildung. Des erste Lehrerseminar Europas wurde von I. Bap. de la Solle 1684 in Reims ins Leben gerufen. In Deutschland folgte der Pietistenführer Kermann Franke, welcher in Äalle im Jahre 1695 eine solche Anstalt gründete. Die Schweiz erhielt erst im Jahre 1782 ihr erstes Lehrerseminar im Cisterzienserkloster St. Lirban im Kanton Luzern. Einen bislang nie gesehenen Aufschwung nahm die Schule Liechtensteins unter Schuppler. Mochte der Mann auch in den Tagen der unbeschränkten Herrschaft der Autokratie seine großen Fehler haben, das Schulwesen hob sich doch unter seiner zielbewußten energischen Führung. Schon im ersten Jahre der Amtsführung mußte Schuppler einen Streit entscheiden wer Lehrer in Mauren sein soll, Josef Biedermann oder Math. Marxer. Der Landvogt entschied für den ersten, legte ihm aber nahe, sich fleißig weiterzubilden, da er nicht ein- mal korrekt schreiben könne. Der Pfarrer soll ihm oft nachgehen und das Mangelnde ergänzen. Im Jahre 1810 erläßt Schuppler ein Zirkular zu Gunsten der Schule. Dieses Zirkular sollte von der Kanzel vorgelesen werden, es enthielt eindringliche Mahnung an die Eltern, ihre Kinder regelmäßig zum Anterricht zu senden. Solche Zirkulare versandte Schuppler des öfter«, regelmäßig zu Beginn der Winterschule, besonders eindringlich sind seine Ermahnungen im Jahre 1815 und 1825. Die Sorge für die Schule verleitete Schuppler zu einem Schritte, welcher in keiner Weise gerechtfertigt werden kann, nämlich zum Angriff aus die frommen Stiftungen und merkwürdigerweise wies niemand diesen Angriff ab, sei es, daß kein Widerstand gewagt wurde oder daß man den guten Zweck billigte und deshalb diesen Weg nicht weiter beanstandete.
        

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