- 145 - Vermögen Kirche, Schloß und Seminar in Gutenbrunn, in Kirnberg Kirche, Pfarrhof und Taveriuskapelle, in Ebersdorf Kirche und Pfarrhof, in Kütteldorf die Kirche und in zwei andern Orten die Pfarrhöfe, in Wien die Wohnung des Domprobstes gebaut, für große Summen Paramente und kostbare Kirchengeräte an manche Kirchen geschenkt, viele Tausende für Arme gespendet, so daß man allgemein vermutete, er bekomme das Geld von der Kaiserin. Aber die Kaiserin hatte nur einmal ihm 3000 fl vorgestreckt, nicht geschenkt. Die aus der Lotterie gewonnenen 90000 fl lösten das Rätsel. Das Uebrige gaben ihm seine vielen Pfründen und Aemter, die kluge Verwaltung und bescheidene Lebenshaltung. Das Tagebuch des Wiener Ordinariats enthält zum Tode des Bischofs folgende Notiz: „Donnerstag den 25. Mai 1775 nachmit- tags, am Feste der Äimmelfahrt des Kerrn, starb der hochwürdige, hochgeborene und hochgeehrte Herr Franz Anton Marxer, Bischof, der Philosophie und Theologie Doktor, des hohen Erzstifts zu St. Stephan Domprobst, Dekan in Kirnberg, Kerr in Gutenbrunn und Neidling, Ihrer k. und k. apostolischen Majestät Rat, S. Kochfürstli- chen Eminenz Cardinal und Erzbischof zu Wien Suffragan, in geist- lichen und bischöflichen Dingen Generalvikar und Offizial, der uralten und weltberühmten Wienerschen Universität Kanzler, im 72. Jahre seines ruhmvollen Lebens". Diese letzten Worte dürfen gewiß als kompetentes Zeugnis seines hohen Ansehens gebucht werden. Im Speisesaal des Pfarrhofes zu Kirnberg hängt noch sein gut erhaltenes Porträt. Er war unter drei Erzbischöfen 26 Jahre hindurch Weihbischof und Generalvikar gewesen, gewiß ein glänzendes Zeugnis. Vor allem glänzt bei ihm seine grenzenlose Opferwilligkeit und Wohltätigkeit. Das von ihm gegründete Waisenhaus in Wien leitete er durch 27 Jahre in der uneigennützigsten Weise und spendete große Summen für dasselbe trotz vielen Undankes*). „Verschenken war ein Kauptzug von Marxers edlem Charakter" heißt es in einer Schrift über ihn. *) Die Anstalt hatte Play für 300 Kinder. Durch Marxers Vermittlung erhielt sie innert wenigen Iahren Stiftungen von 31 WO fl. Kaiser Joses ll. selbst stiftete 6 Freiplätze für Buben.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.