^ 144 - voll. Die alte Kirche hatte einer Bauernhütte und das Pfarrhaus einer Scheune gleich gesehen. Am das religiöse Leben neu zu erwecken, ließ er durch drei Jesuiten eine Volksmission halten. Nach Schluß der Mission bestieg er die Kanzel lind hielt eine unvorbereitete ein- stündige Rede, welche bei den 6000 Zuhörern einen solchen Eindruck machte, daß sie öfters vom lauten Schluchzen der Zuhörer unterbrochen wurde. Marxer war eben auch ein von Gott begnadigter Volksredner. Bei dieser Mission wurden weit über 15,000 Kommunionen ge- spendet — gewiß ein Zeichen der Neligiösität des Volkes jener Zeit. Auch in Kirnberg setzte sich der Bischof ein bleibendes An- denken. Dort ruht auch nach seiner letztwilligen Anordnung sein Herz in der Kapelle, die er zu Ehren des hl. Franz Faver, seines Namenspatrons, erbaut hat. Mitten im Winter 1775 eilte der 72 jährige Bischof zum letz- tenmal nach seinem geliebten Kirnberg, und sein baldiges Ende ahnend, schenkte er an die Ortsarmen daselbst gegen 2 000 fl. Marxers letzte und segensvollste Reise. Damals war er nicht mehr Pfarrer zu Kütteldorf. Er hatte diese Pfarrei schon im Jahre 1757 verlassen und wieder seine frühere Pfarrei Ebersdorf übernommen, weil sie näher bei Wien lag, wo er immer noch sein Waisenhaus, das Spital und das Ordinariat zu besorgen hatte. Im Zahre 1774 machte er sein Testament. Den Kauptteil seines hinterlassenen Vermögens vermachte er den Armen und Waisen von Wien. Legate erhielten Seminarien und die Kirchen seiner Pfarreien, 1000 fl seine Heimat Kl. Kreuz für die Armen und für einen Zahrtag. Seine Schwester Catharina sollte 1 000 fl, die Schwester Magdalena 500 fl, sein Bruder Josef in Graz 1000 fl erhalten. Bischof Marxer starb zu Ebersdvrf am 25. Mai 1775 genau 72 Jahre alt und wurde vor dem Kochaltar der Kirche zu Guten- brunn beigesetzt. Ein Stiefbruder des Bischofs, Mathias Äolz, der ihn auf der Reise in die Keimat begleitet hatte, war auch Priester und starb als Domherr in Wien. Sein Vermögen von 32000 fl erbten die Armen. Leider konnten aus der Hinterlassenschaft des Bischofs die Legate bei weitem nicht in vollem Betrag ausbezahlt werden, weil nicht mehr soviel vorhanden war. Marxer hatte eben aus seinem
        

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