- 142 - In diese Zeit fällt sein kurzer Besuch in seiner Heimat Heilig Kreuz. Er hatte dieselbe seit 30 Iahren nicht mehr gesehen. Er kündigte seiner Schwester Katharina, die die väterliche Wirtschaft zum schwarzen Adler fortführte, nur an, sie sollte aus den bestimmten Abend für einen hohen Besuch einige Zimmer bereit halten. Als dann der Bischof im Reisekostüm in der Wirtschaft erschien und um Nachtherberge bat, sagte die Schwester, die ihn nicht mehr er- kannte, es sei ihr leid, ihm nicht entsprechen zu können, weil sie die Zimmer für einen hohen Besuch bereit halten müsse. Man kann sich nun die Szene ausdenken, als er sich zu erkennen gab. Von Tisis aus besuchte der Bischof auch Maria Einsiedeln und das Kloster Ottobeuren, wo er seinen alten Wohltäter, den ?. Konstantin Storff antraf, der eben sein goldenes Priesterjubiläum feierte, bei welchem Anlaß der Bischof die Festpredigt hielt. Im Jahre 1752 wurde Bischof Marxer auch Dompropst von Wien und als solcher Kanzler der Universität. Im gleichen Jahre verließ er die Pfarrei Ebersdorf und über- nahm die von Wien entferntere Pfarrei Hüttelsdorf. Dahin zog er deshalb, weil er die in Hüttelsdorf gelegene Burg uud Herr- schaft Gutenbrunn angekauft hatte. Dieser Besitz kostete ihn 67,000 fl. oder nach anderen Angaben 134,000 fl. Vielleicht sind in dieser letzteren Summe auch alle Auslagen eingerechnet, die er für die Restauration der zerfallenen Burg, für den Bau der herrlichen Marienkirche und für anderes hatte. Diese Kirche gilt als eine der schönsten Landkirchen Oesterreichs und dort hat Marxer auch sein Grab gefunden. Er schenkte der Kirche auch viele kostbare Para- mente und kirchliche Geräte. Er weihte sie selbst ein zu Ehren des hl. Kreuzes, zur Erinnerung an seinen Geburtsort. Das Schloß Gutenbrunn mit seiner wundervollen Lage wurde dann der Lieblings- aufenthalt des Bischofs. Er hatte aber auch höhere Ziele im Auge. So erbaute er an das Schloß ein Priesterseminar an zur Heran- bildung tüchtiger und guter Priester. Dieses Seminar und die ganze Herrschaft Gutenbrunn, zu der 7 Ortschaften gehörten, schenkte er i. I. 1765 dem Bistum Passau. Alle diese Unternehmungen mit den großen Auslagen waren dem Bischof möglich geworden, weil er so glücklich war, aus der Staatslotterie 90,000 fl. zu gewinnen. Seine Auslagen waren aber so groß, daß er sich i. I. 1758 ge- nötigt sah, den Erzbischof um Erhöhung seines Gehaltes zu bitten.
        

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