— 127 — Der Ammann hat zu richten über Schuldensachen. Diebstahl und Totschlag soll der Vogt von Vaz richten, ebenso was man vor dem Ammann nicht entscheiden kann. (Also die Appellation an den Vogt.) Wer in diesem Tal etwas verschuldet, soll auch in demselben gerichtet werden. Wer in das Tal zieht, hat denselben Schutz, wie Wilhelm und seine Genossen. Tritt der Fall ein, daß man diese Leute zur Äilfe in Kriegs- zeiten bedarf, so soll man ihnen im ersten Kaus, wo sie ankommen, ein Mahl geben. Wer nicht gehorsam ist dem, was da geschrieben steht, der soll aus dem Tal fahren. Wird der Zins nicht alle Jahre abge- stattet, so soll man dem Ammann ein Pfand nehmen an Rindern, Geißen und Schafen! Die sehr große Abgabe von 47Z Käse, die 168 Ellen Tuch und 56 Schafe (Frischlinge) an jährlichem Zins weist ohne Zweifel auf einen vorausgegangenen langen Aufenthalt der Walliser in Davos hin. Es muß sehr viel Gebiet urbar gemacht worden sein, eine bedeutende Viehzucht schon bestanden haben, was auch eine große Zunahme der Bevölkerung erkennen läßt. Diese deutschen Leute waren also Lehenleute. Der Boden, den sie bewirtschafteten, war nicht ihr Eigentum, Aber dieses Lehen be- saßen sie erblich auf ewige Zeiten, wenn sie ihrer Lehenpflicht nach- kamen. Sie unterstanden dem Landesherrn, dem sie Abgabe und Kriegsdienste leisten mußten, auch vorkommende Verbrechen richtete das Gericht des Freiherrn, ebenso Fälle niederer Gerichtsbarkeit, wenn man sich mit dem Entscheid des eigenen Ammanns nicht zu- frieden gab. Frei waren diese Walliser insofern, als sie freien Abzug hatten, wenn sie wieder fortziehen wollten, ohne Abzug zu zahlen. Auch daß sie die freie Wahl ihres Ammannes hatten und die Strafen und Bußen nach ihren eigenen Gewohnheiten festsehen konnten. Auch Zwing und Bann konnten sie nach ihrem Gutbefin- den einrichten. Durch diese Walliser wurde in jenen Tälern die deutsche Sprache eingeführt. Sie drang auch ins Prätigau ein, wo man früher welsch redete. Auch die Grafen von Montfort nahmen Walliser Ansiedler in ihr Gebiet auf. Die Grafen Rudolf und Berchtold von Mont-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.