schen und von Vorarlberg. Der Sommer war heiß und es gab viel Wein. Dagegen war das Jahr 1891 naß. Am 12. April fiel ein fo tiefer Schnee, daß die Bäume brachen, und im Heu- mond tat der Hagel großen Schaden. Im Jahre 1802 reiste der Landvogt Menzinger nach Ulm, um dem Abschluß der Kreisrechnung beizuwohnen. Unsere 
Kriegsschuld ist so groß, daß Kind und Kindeskinder daran zu zahlen haben. Die Kriegserlittenheiten, welche dies Kleine Land von 1794 bis 1892 zu tragen hatte, 
beliefen sich nach amtlicher Schätzung auf fast eine Million Gulden. Solche Erschütterungen des ökonomischen Zustandes pflegen aber oft von noch größeren moralischen Uebeln begleitet zu sein. Der Krieg und die Kontributionen dauerten noch 13 Jahre fort." Dr. Albert Schädler ergänzt obigen Bericht über die traurigen wirtschaftlichen Zustände im Lande durch eine Schilderung des Kreditwesens: „Abgesehen von den übrigens meist schwach dotierten öf- fentlichen Pfrund-, Gemeinde- uud Landesfonden und den we- nigen inländischen Kapitalisten gab es im Lande selber Keine Quellen sür Geldsuchende. Letztere 
mußten sich daher bei Geld- bedürsnis meist anderwärts umseheu und fanden sehr häufig erst nach vielen Mühen und Umständen die nötigen Mittel im benachbarten Graubünden oder Vorarlberg. Nicht selten hatte ans diese Weise ein Bauer die Strecke von Bregenz bis Chur durchwandert, ohne auf sein mehrfaches Unterpfand den Klei- nen Betrag von 199 fl. auszutreiben. Unser Land war eben als verarmt bekannt und außerdem hielt mancher Kapitalist mit Belehnungen wegen der Rüfe- und Rheingefahren zurück. Gewissenlose Zwischenhändler hatten zeitweilig noch das ihrige getan, um dem armen Kreditsuchenden seine ohnehin schwierige Lage zu verschlechtern. Diese mißlichen Zustände in der „guten
        

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