- 10 — Fürst Johann II. ist der Sprosse eines erlauchten Geschlechtes, das zu den ältesten und ruhmvollsten des österreichischen Hoch- adels gehört, dessen Anfänge sich in das Dunkel der Sage ver- lieren. Nach dieser fand ein Lcmdmann aus dem mährischen Dorfe Milimowitz beim Pflügen seiner Felder einen lichten Stein, einen Silberklumpen, der ihm den Weg zu einer starken Silber- ader wies, durch welche er den Reichtum und das Glück seines Geschlechtes begründete. Eine zweite, von religiösem Nimbus umstrahlte Ueberlieferung wein, von einem Liechtenstein zu be- richten, der einstens mit sechs schneeweißen Hirschen nach dem Heiligen Lande wallfahrtete. Wenn solche Traditionen sür die historische Kritik auch gegenstandslos sind, so liegt ihnen doch eine symbolische Bedeutung für den Glanz und Ruhm ihrer Träger zugrunde. Und fürwahr, die Zahl der Liechtensteine ist nicht gering, welche seit den Zeiten der Babenberger stets eine Zierde ihres Stammlandes waren, deren goldrotes Banner aus schier zahllosen Schlachtfeldern wehte, die als bedeutende Staats- männer ihrem Vaterlande bleibende Dienste leisteten, mit hohem Kunstsinn und fürstlicher Freigebigkeit die Künste und Wissen- schaften förderten und in nimmermüdem Wohltun Werke der Karitas übten. Schon frühe begegnen wir zwei liechtensteinischen Linien, von denen eine ursprüngliche Abstammung oft behauptet, doch niemals bewiesen wurde, der steirischen Linie Liechtenstein- Murau, deren Stammburg das heute in Ruinen liegende Schloß Liechtenstein bei Judenburg in Obersteiermark ist, und der öster- reichischen Linie Liechtenstein-NiKolsburg, welche im heutigen fürstlichen Haule weiterblüht. Ihr Stammsitz ist das über der Brühl bei Mödling in der Nähe Wiens gelegene Schloß Liechten- stein, welches der gegenwärtig regierende Fürst durch eine wohl- gelungene Wiederherstellung vor dem drohenden Zerfalle rettete. Bereits bei ihrem ersten Auftreten in der Geschichte finden wir die Liechtensteine beider Linien als Ministerialen der Markgrafen
        

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