- 94 - nicht berücksichtigt wurde und auch nicht Konnte, weil das Gesetz dies nicht vorsah. So mußte denn unter diesen Umständen und im Zusammen- hang mit der Verarmung unseres Landes in der Inflationsperiode die Erkenntnis zur Schaffung eines modernen.den wirtschaftlichen Nachkriegsverhältnissen angepaßten Steuergesetzes heranreifen. Das neue Steuergesetz, das in der Volksabstimmung vom 24. Dezember 1922 angenommen wurde und am 11. Jänner 1923 die Sanktion des Landesfürsten erhielt, ist auf die Tatsache abge- stellt, daß unser Land arm ist. Es mußte alle Vermögens- und Einkommensquellen erfassen, damit der Steuerdruck sich nicht einseitig auswirke, des Weiteren mußte es ökonomisch potenten Steuernzahlern eine möglichste Anziehungskraft bieten, damit fo die Steuerlast des Altbesitzes und der Landwirtschaft möglichst gemildert werde. Wenn auch die sozialen Grundsätze, die in einem modernen Steuergesetz möglichst durchgreifend zur Aus- wirkung Kommen sollen, wie Existenzminimum und stärkere Her- anziehung größerer Vermögen und größeren Erwerbes, nicht nach- drücklich genug in Geltung gebracht werden Können, so wie es in steuerkräftigen Ländern tatsächlich gehandhabt wird, so finden sie doch wenigstens ihre prinzipielle Grundlage. Diese Grundlage ist geschaffen und sie Kann, sobald es die Finanzkraft des Landes zuläßt, erweitert und vervollkommnet werden. Ein armes Land aber muß einerseits sich davor hüten, seine wirtschaftlich produk- tiven Bürger zu überlasten und Kann andrerseits nicht daraus verzichten, innerhalb der Grenzen der Leistungsfähigkeit einen jeden Steuerzahler zur Lastendeckung heranzuziehen. Das Gesetz selbst, das vom Universitätsprofessor Dr. Julius Landmann in Basel zu Handen der fürstlichen Regierung ausge- arbeitet wurde, ist ziemlich umfangreich. Es erfaßt die ganze Steuermaterie, sämtliche Steuern sind in einem Gesetze ver- arbeitet, das ganze Erhebungs-, Bemessungs- und ReKursver- sahren sowie das Sicherungs- uud Strafverfahren findet seine
        

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