- 84 XV. Die Vaduzer Kaplaneien. In Vaduz bestanden einst außer der Schloßkapelle, iin Dorfe drei von den Landesherren gestiftete Kaplaneien, sogenannte 
Hof- kaplaneien. Sie hatten in der kleinen St. Florinskapelle drei Al- täre zur Verfügung, deu des hl. Florinus, des Patrons, den der Gottesmutter und den der hl. Katharina. Die Kapelle stand an der Stelle des heutigen Dr. Schädler'schen Gartens, nördlich von der heutigen Pfarrkirche. In ihr fanden die Landesherren auch ihre Ruhestätten, die aber leider pietätlos bei der Abtragung der Ka- pelle im Jahre 1873 zugedeckt worden sind. Die St. Florinskapelle hat ohne Zweifel im 14. Jahrhundert gestanden, als die Grafen von Sargans auf der Burg zu Baduz ihren Sitz aufschlugen. Räch Fetz „Geschichte der St. Florinskapelle" Seite 108 ist schon Gras Hartmann I. im Jahre 1354 oder 1355 in dieser Kapelle begraben worden. Doch war die Kapelle älter, war sehr klein und hatte nur einen Altar. Sie war im gotischen Stile erbaut und hatte ein sehr schönes Strangengewölbe. An der 
Nord- wand der 
Kirche hatte sich noch 
im Jahre 1820 ein 
Relief befunden, welches 7 Personen darstellte, einen Ritter und unter ihm 6 Söhne in betender Stellung.") Unter diesen befand sich ein Bischof, ein Abt und ein Domherr (wie Fetz angibt Seite 126). Ohne Zweifel bedeutet diese Darstelluug den Freiherrn Wolfhart III. von Bran- dis, der im Jahre 1456 starb und in dieser Kapelle beigesetzt wurde, mit seinen 7 Söhnen, von d?nen Ortlieb Bischof von Chur, Albert Abt vou Marienberg, Rudolf Domdekan von Chur wurde. Leider ist dieses Relief wie vieles andere verschwunden' Aber historische Bedeutung hatte es auch deshalb, weil durch dasselbe ein Beweis geliefert 
i st̂ daß d e r A b t A l b e r t v. B r a n d i s z u Marienberg dieser Familie angehörte, wie vermutet w o r d e n i st. (Kaiser. 2. Auflage Seite 297.) Mit der Kapelle wurde auch die erste Kaplanei gegründet, nach dem Hochaltar St. Florinskavlanei genannt, da er erste Kaplan diesen Altar zur Verfügung hatte. Im Jahre 1395 stiftete Heinrich o Sargans-Vaduz die zweite Kaplanei für einen zweiten Altar. Die lateinische Stiftungsur- kuude besagt im Wesentlichen folgendes: *) Wahrscheinlich enthielt das T^otivbild <- > Gestalten, einen Ritter mit seinen 7 Söhnen.
        

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