6 — wenn auch bescheiden.en so doch großen, ganzen Mannes zu würdigen, dazu bedarf es ernstester, längerer, nicht abgelenkter Arbeit, Als uneigennütziger Mensch und Patriot, als edler Priester und Seelsorger, als vorbildlicher Schulmann, feinsinniger Dichter und unermüdlich forschender, unbestechlicher Geschichtsschreiber steht die lichtvolle Gestalt I. B. Michels in unserer Erinnerung, fort- wirkend und anregend auf lange Jahre hinaus. .Kein armes Studentlein, keine bedürftige Witwe ging unbe- schentt und ungetrostet vom Menschenfreund fort. Für jede Not war er zur Hand, aufrichtend und stärkend ohne viel Wesens zu machen, in stiller Tat, so das; die Linke nicht wußte, was die Rechte schenkte; und wie im 
privaten, so hielt er's auch im öffent- lichen Leben. Ohne Furcht, weder Lob heischend noch Tadel scheuend, handelte er nur nach seinem Gewissen. Wie tief er sein Priestertum auffaßte, da? künden uns u. a. seine Gedichte „Zum Jubiläum 1876—1926" und „Magntfitat". Wer den Seelsorger medigen hörte, so vom Herzen weg, zum Herzen dringend, einfach, volkstümlich, voll Lebenskunde und fromm die Heilswahrheiten verkündend, der wußte, daß die Saat auf guten Boden fiel. Liechtensteins Schulwesen, ein Kernpunkt des kleinen Landes, entwickelte si ch in den letzten Jahrzehnten zu einer Höhe, die dem Verstorbenen zu einem großen Teil zu verdanken ist. Als Lauoes- schulinspettor und Mitglied des Landesschulrntes genau, aber ge- recht, war er für die Lehrpersonen ein treuer Berater, für die Schule ein eifriger Förderer. Die Lehrmittel unserer Schulen, atmen fast alle den universalen Geist des Verfnisers oder doch eifrigsten Mit- arbeiters J.B. Büchel. Was er aber von anderen verlangte, das setzte er selber in die Tat um, denn er -war selber ein praktischer Schulmann ersten Ranges. Und wie hoch er sein Amc als Lehrer tinffaßte, das klingt aus seinem prächtigen Gedichte.' An meine Schüler. Einst war ich Gärtner und i» meinem Garten erzog ich Bäumchen, viel und mancherlei. Ich hoffte, daß er reich an 
Früchten sei. Ich konnte arges nicht dabei erwarten. Ich ahnte nicht des 
Alters düst're Plagen, die — wie ein Reif zerstört in Feld und Flur urplötzlich oft das Leben der Natur — mich rissen fühllos aus den schönsten Tagen.
        

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