- 62 - ihres Vermögens, der nur noch aus 2600 fl. bestand, unweigerlich genommen werden. Nicht genug! Auch über die Verwendung dieses Restes sei alle Jahre dem Oberamte Rechnung zu legen, und Aus- lagen, die nicht notwendig erscheinen, werden nicht gestattet werden. So war die Kapelle mit einem Schlage arm geworden und bei größeren Auslagen auf die Mildtätigteit der Leute angewiesen. So verfuhren die Josefiner mit dem Kirchengut,' die kirchlichen Behörden wurden ignoriert. Die Gemeinden Schaan und Vaduz, die bei Erbauung der Kapelle sich verpflichteten, dieselbe immer in gutem Stande zu erhalten, wollten das Vermögen derselben sicher stellen und zugleich der Pfarrkirche zu Hilfe kommen. Darum haben sie 1806 mit Zu- stimmung des bischöfl. Ordinariates das gesamte Vermögen der Kapelle der Pfarrkirche einverleibt, mit der Verpflichtung, die Kapelle zu erhalten und für alle ihre Bedürfnisse aufzukommen. Trotz dieser Verfügung und trotz aller Protestationen wurde doch die Kapelle ihres Vermögens beraubt. Die Folge davon war, daß die Pfarrkirche nicht vergrößert werden konnte und daß die Dur- kapelle auf Almosen angewiesen blieb. XI. Stiftungen. Das Mittelalter ist reich an kirchlichen und karitativen Stif- lungen, die ihre Entstehung zum großen Teil der Privatwohl- tütigkeit verdanken. Man hatte und gab auch und weil man gab, hatte man wieder. So hatte auch bei uns wohl jede größere Gemeinde eine Ar- menanstalt, die man Spend nannte, well sie den Armen Wohltaten spendete. Die Spend in Schaan für die Pfarrei Schaan-Vaduz muß schon im Mittelalter gegründet worden sein. Im Jahre 156» konnte schon Klaus Kaufmann von Planken bei derselben ein Ka- pital aufnehmen. Am 11. Nov. 1635 urtundeten Christa Mayer und seine Frau Kathrina Rüesch von Schaan, daß sie den Spendvögten 16 Schilling Pfg. jährlichen Zins verschrieben. (Pergament mit dem Siegel des Landammanns Adam Walser.) Wenn diese 16 Schillinge Zins zahlten, dann müssen sie 260 Schillinge Kapital von der Spend ent- lehnt haben.
        

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