59 Das Domkapitel blieb auf dem Standpunkte, die Kirche genüge für jetzt noch! sollte eine Vergrößerung oder ein Neubau einmal notwendig werden, so müßten die kirchliche und weltliche Behörde das konstatieren und dann in erster Linie das Kirchenvermögen heranziehen und dann erst beschließen, was die verschiedenen Teil- nehmer an dem Zehnten beizutragen haben. Jedenfalls sei das Domkapitel bereit, etwas an die Kosten zu leisten. Der Kirchenbau erlitt leider eine lange Verzögerung durch den schrecklichen Brand im Jahre 1874, der im nördlichen Dorfteile von Schaan nicht weniger als 52 Firste in Asche legte. Es war in der Nacht des Faschingssonntags. Bei dem herrschenden Föhn standen in einer Viertelstunde 29 Gebäude in Flammen. Ein großes Glück war es, daß trotzdem kein Menschenleben dem Elemente zum Opfer fiel und der größte Teil der Habe gerettet werden konnte. Dem Streit wegen des Kirchenbaues machte dann Seine Durchlaucht Fürst Johann II in seiner bekannten Hochherzigkeit dadurch ein Ende, daß er die Baukosten zum größten Teile über- nahm. Am I.Jänner 1888 konnte der neue Landesverweser v. Jn derMuur dem Ordinariate die freudige Mitteilung machen, daß Seine Durchlaucht für den Neubau der Schaaner Kirche die Summe von 37 909 fl. schenke, welche Summe der Erlös nis der an die Gemeinde Triesenberg verkauften Alpe Sükka war. Nun kam die Kirchenbau-Angelegenheit in Fluß. Die Pläne zur neuen Kirche machte der fürstl. Archilek; Gustav Ritter v. Neumann. Die Aufsicht beim Bau hatte der fürstl. Lan- desiechniker Hauptmann Peter Rheinberger. An der Spitze des Buukomitees stand der um diescu Bau sehr verdienie Hoskuplan Josef Büchel. Den Bau übernahm der Baumei'ter Fidel Kröner aus Levis. Die Eindeckungsarbeiten beim Turmdach machten Richard Marte und Joses Lins aus Altenstadt, die Zimmerarbeiten Mathäus und Lorenz Ospelt aus Vaduz, die Speaglerarbeiten Wilhelm Burkhart in Wien, die Schlosserarbeiten Jos A. Beck in Schaan, die Schmiedearbeiten Josef Frick in Schaan. Die Auf- sicht führte Lorenz Hilti. Holz und Stein lieferten Wald und Steinbrüche der Gemeinde, den Sandstein der Bruch von St. Mar- qrethen Kt. St. Gallen, die Hohl- und Turmziegel die fürstl. Zie- gclwerke in Unterthemenau. Die Glocken L, L8, ^8 goß die Firma Eraßmaier in Feldkirch. Zu denselben gaben je tausend
        

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