— 24 — Schwertes find erkennbar. Dieser ist von Eisen mit eingelegten Silberstäbchen, wie Silberdraht. Diese Skelette lagen in sehr ge- ringer Tiefe, höchstens vier Fuß unter der Erde. Ferner wurde da- selbst gefunden ein eisernes Gesäß in Gestalt einer Taube oder eines altmodischen Gießfasses, und ein Dreizack, dessen mittlere Zinke länger als die Nebenzinken war. Nur diese längere Zinke konnte gehoben werden, die anderen zerfielen. Gefunden wurden noch einige gewaltige .Hirschgeweihe und einige rvtgebrannte Ziegel mit einer Kohlkehle am Rand ohne Inschrift oder Zahl. Leider sind die Grabungen nicht fortgesetzt worden. Die Funde dürften teils der römischen Zeit, teils dem Mittelaltcr angehören. An der Stelle oder auf den Ruinen des römischen Kastells wurde also unter den fränkischen Königen der .Herrenhof (Lurtis clominics) errichtet, den wir oben erwähnt haben. Ein mittelalter- licher .Herrenhof hatte einen großen Grundbesitz. Der Inhaber des- selben hatte auch die niedere Gerichtsbarkeit. Ihm gehörten gewöhn- lich auch Kirchen und Zehnten von Ortschaften. Das war auch in Schaan der Fall, wie das Reichsurbar von 831 ausdrücklich sagt. „Tcclesis cum clecims cie ipss vi'II-t". Diese Kirche mit ihrem Zehnten war also Neichsgut, im Besitze des deut- schen Königs znr Zeit Kaiser Ludwigs des Frommen (-j- 840). Im Jahre 965 kam der .Hof mit der Kirche und dem Zehnten von Schaan (Zcsns) an das Frauenkloster Säckin gen. Kaiser Otto der Große hatte diesen Besitz an dieses Kloster abgetreten und dafür die Insel LIferiau im Zürichsee uud andere Besitzungen erhalten, die er dem Kloster Einsiedeln schenkte.*) Wie lange der .Hof . und die Kirche von Schaan im Besitze der Fraueuabtei Säckingen blieb, wissen wir nicht. Die Güter aber, die zum .Hofe gehörten, waren später im Besitze der Freiherren vou Brandts, als den Landesherren; sie sind im brandisischen Arbar von 1507 alle aufgezählt.^) Wahrscheinlich sind sie schon von den frühe- ren Landesherren, den Grafen von Bregenz oder von Montfort vom Kloster Säckingen durch Tausch oder Kauf erworben worden. Auch über die Kirche St. Peter — diese ist offenvar die im Reichs- urbar auno 831 erwähnte Kirche — hatten die Landesherren zu Vaduz das Patronatrecht. Noch heute ist an der rechten Seite des Schiffes der Kapelle das brandisische-sulzische Wappen zu sehen. Als *) Archiv für Schweizergeschichte XVIII, IN!. **) ?m Jahrbuch 1!M mitgeteilt,
        

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