23 — Die eingewanderten Alemannen haben also die hier damals geltenden Flurnamen beibehalten und erst später, als die deutsche Sprache von allen Einwohnern gesprochen wnrde, kamen die deutschen Namen dazu. Ein römischer Geschichtschreiber berichtet uns, daß die Römer dem Rheine nach über fünfzig Kastelle erbaut haben. Auch in Schaan haben sie ein Kastell erbaut; sie hatten also hier ein Standlager. Das Kastell stand da, wo die St. Peterskapelle und die dortigen .Häuser stehen. Bei Grabnngen, die im Jahre 1850 stattfanden, zeigte es sich, daß der sehr ausgedehnte nnd sehr starke Bau von acht Türmen flankiert war, also eine kleine Festung dar- stellte. Weil nun die römischen Geographen jener Zeit von Bregenz rheinaufwärts fünf Stationen aufzählen, von denen die oberste Oktodurum d. h. „Acht Türme" heißt, dürfen wir darunter wohl das Kastell in Schaan verstehen. In demselben residierte der Befehls- haber eines größeren Truppenteiles mit seinem Stäbe. Das Kastell ist dann sehr wahrscheinlich von den einbrechenden Lentienser Ale- mannen i. I. 355 n. Chr. gebrochen worden; denn diese duldeten keine Festungen. Zu gleicher Zeit werden anch die römischen Bauten zu Balzers, Triesen, Nendeln, Schaanwald u. a. ihnen zum Opfer gefallen sein. Aeber die Ausgrabungen von 1850 berichtete als Augenzeuge der damalige .hofkaplan Feh an den .Historiker Bergmann in Wien: „Dieses Gemäuer liegt l—3 Fuß tief unter der Erde, und daraus waren viele der im September 1849 abgebrannten Käufer gebaut, so auch das alte Kirchlein St. Peter. Der ungeheure Amfang und die Dicke dieser Mauern erinnern an das VsIIum 1>sjsnum. Das Gemäuer, das der heutigen Straße entlang läuft, scheint ein läng- liches Viereck zu bilden. Schon früher, als man am Portal des Kirchleins eine kleine Steintreppe anbrachte, wurde dort ein Elefanten- zahn gefunden, den der damalige Landvogt Pokorny nach Wien geschickt haben soll. Bei den jüugsten Grabungen wurden neue Ent- deckungen gemacht. Es hatte beinahe den Anschein, als sei an der äußeren Seite der Nord- und Südmauer ein Friedhof gewesen; denn man scmd viele menschliche Skelette von sehr großem Knochen- bau, unter welchen zwei besonders merkwürdig waren. Die Arbeiter sagten: Wir haben zwei große Männer in Eisen gefunden, der eine hatte eine Lanze, der andere ein Schwert. Das Eisen zerbröckelte ganz in Moder; nur die Spitze der Lanze und der Griff des
        

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