— Z0 ^ Der römische Dichter .horatius besang in einer Ode den Krieg des Drusus, der im Jahre 15 vor Christi Geburt Rätien erobert hat, und sagt unter anderem auch, er habe viele Burgen zerstört, welche die Rätier auf den fast unzugänglichen Äöhen erbaut hatten. Die Legionen des Drusus suchten auch diese Gegend heim. Beweise dafür sind die zwei .Helme, die bei Dux gefunden worden sind, und die einer Abteilung dieses.Heeres angehörten. Es ist nun wohl nicht unwahrscheinlich, daß die Römer, indem sie hier die Rätier unterwarfen, auch ihre Burgen zerstörten. An die Zeit der Nömerherrschaft erinnern auch die vielen auf- gefundenen römischen Münzen, darunter sich auch eine Goldmünze findet vom Kaiser Konstantius II., der im Jahre 354 selbst in Rätien erschien, um die eingedrungenen Alemannen aus dem Lande zu jagen. Der Grundbesitz in dem eroberten Lande fiel dem römischen Staate, oder dessen .Herrscher, dem Kaiser zu. Einen großen Teil ließ man jedoch den Einwohnern zur Benützung. Die Kaiser gaben auch einen Teil dieser Güter ihren ausgedienten Soldaten und einen Teil behielten sie für sich. Diese letzteren Güter vererbten sich dann auf die nachfolgenden Beherrscher Rätiens und kamen ini Jahre 536 an die Könige der Franken und im Mittelalter an die deutschen Könige als Reichsgut. Im Reichsurbar von 831 heißt es nun: „Im Amtsbezirk, den Otto inne hatte, in der Ebene (in plsnis) finden wir in Schaan (Lcans) den Äerrenhof, zu welchem gehören an herr- schaftlichem Gut: Aecker, für deren Bestellung es 50 Schüssel Korn braucht. Wiesen zu 300 Fuder Äeu, 14 Bauernhäuser (mit entspre- chenden Gütern), zwei Alpen und eine Mühle. Von diesem .Hofe hat Saxo 4 Iuchart Ackerland uud Wiesen zu 80 Fuder .Heu. Augustus hat 5 Iuchart Acker uud Wiesen zu 7 Fuder .Heu. Ärsicin hat eine Iuchart Acker und Wiesen zu 8 Fuder Äeu. Es ist daselbst eine Kirche mit dem Zehnten vom Dorf und ein guter Wald. Für das herrschaftliche Schiff bezahlt jeder aus den 7 Dörfern einen Denar. Wirtshausbesitzer (größere.Herberge) war nur einer im Lande und zwar in Schaan; er hatte als Pachtzins an den König jährlich 7 Pfund Pfennig zn zahlen." Alle die hier erwähnten Güter finden wir 700 Jahre später im Arbar der Freiherren von Brandts als .Herren von Vaduz wieder. Jene Kirche von 831 ist St. Peterskirche, die alte Pfarrkirche. Jene Güter waren offenbar das Krongut, das sich die Beherrscher Roms vorbehalten hatten und durch eigene Beamte verwalten ließen. Diese
        

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