— 122 — XX. Die politische Gemeinde Schaan-Vaduz. Schonn ist wie als Pfarrei, so auch als Ortschaft viel älter als Baduz. Wie der Name besagt (Vaclus ^ Furt) war Vaduz in römischer Zeit ein vom Rhein gebildetes Sumpfgebiet und die Römerftratze mußte über die Höhe des heutigen Schlosses geführt werden. Jedenfalls ward zuerst der nördliche Teil des heutigen Dorfes und zwar von Schaan aus angesiedelt. Diese Siedler waren in.kirchlicher wie politischer Beziehung Schaaner. So kam es, daß die beiden Ortschaften bis in die neuere Zeit wie eine Pfarrei, so auch eine Gemeinde bildeten. Durch die Burg als Sitz der Landesherren nahm die Besiedlung von Vaduz rasch zu, so daß um 1800 beide Ortschaften fast gleichviel Einwohner zählten. Auch die Gründung der Kaplaneien trug zur Zunahme der Bevölkerung bei. Aber auch die Grafen und Beamten besuchten an Sonn- und Feiertagen den Gottesdienst in Schaan. 1. A n st än d e m i t d e n B u ch s e r n. Wie die Triesner und Eschuerberger, so hatte auch die Ge- meinde Schaan-Vaduz Besitzuugen jenseits des Rheines. Aber wegen ihres Gebietes und ihrer Muhrpflicht lagen sich die Vuchser und Schann-Vaduzer oft in den Haaren. Davon erfahren wir zuerst aus einem Echiedspruch vou 1458. In diesem Jahre entschied in einem Streite wegen Wunn und Weid: Es soll eiue Mark gesetzt werden vom alten Gietzen zum Lautcrbrunnen und von da die Schnurrichii hinauf auf Pradagros und von da bis zur Kapelle St. Katharinä in Räfis. Was diesseits der Mark ist soll den Schaaner Kilchgenossen, was jenseits den Buch- sern gehören. Der Weidgang soll bis ausgehenden Mai beiden Par- teien gemeinsam sein. Nach dem Blumenmai soll jede Partei ihren Teil einzäunen dürfen. Die Buchscr waren mit diesem Spruch nicht zufrieden. Sie appellierten sogar an den Kaiser Friedrich III.. Dieser übergab die Sache einem Herrn von Summerau zu Prasberg, welcher die Parteien nach Bregenz berief. Da er die Parteien nicht gütlich einigen konnte, bestätigte er den Spruch von 1458. Die Buchser appellierten abermals. Da bestellte der Kaiser den Stadtrat von Konstanz als Schiedgericht; die Parteien wur- den nach Konstanz vorgeladen. Aber auch hier wurde der Spruch
        

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