— 47 - als die eines Religiösen ohnehin ein Eigentum des Klosters Pfäfers sei, und baten, ohne weiteres Einschreiten auch dem Kloster zu Handen des neuen Herrn Statthalters ?, Meinrad Gyr dieselbe zu überlassen, so überließ Landvogt Schuppler alles dem neuen Pfarrer ohne weiteres. Im Jahre 1806 hatten die Ruggeller und Gampriner beim Reichskammergericht bittere Klage geführt, daß das Oberamt so hart gegen die Untertanen verfahre, daß schon 16 Familien ausgewandert seien, daß die Lehenvasallen auswärtiger Herrschaften keine Steuern zahlen, daß die Leute der Gemeinden Eschen und Mauren und Schellen- berg bei Ankunft der Franzosen im Jahre 1799 mit Vieh, Sack und Pack davon geflohen und sie allein alles an die Feinde haben leisten müssen. Das Oberamt rief die Pfarrer von Eschen und Mauren zu Zeugen auf, daß diese Anklagen unbegründet seien. Der Pfarrer von Eschen bezeugte, daß die Klage Wege» harter Behandlung so wenig begründet sei, daß der Herr Landvogt Men- zinger im Gegenteil allgemein als zu nachsichtig gelte. Die weggezo- genen Familien seien wegen eigener Mißwirtschaft wegzuziehen gezwun- gen gewesen. Andere auswärtige Lehenherren kenne er nicht als die Klöster St. Gallen und Ottobeuern. Diese haben aber von ihren Gütern Abgaben in die Gemeindekassen liefern müssen. Die Klöster Pfäfers und St. Luzi wären allerdings steuerfrei, haben aber alle Kriegserlittenheiten miterlebt und keinen Heller Entschädigung bekom- men, auch sonst große freiwillige Beiträge an die Landschaft entrichtet, die sich auf einige Tausende belaufen. Er könne nicht begreifen, daß man so dreiste Behauptungen ausstellen könne, als seien die Lente von Eschen nnd Mauren beim Einbruch der Franzosen mit allem davongelaufen, indem er doch bezeugen könne, daß aus seiner Pfarrei nicht ein einziger mit seiner Habe sich entfernt habe. Wahr sei, daß ein großer Teil der Bewohner von Eschen nachdem die Franzosen ihren Einzug mit den abscheulichsten Mißhandlungen der armen Leute, mit Plündern, Morden u. s. w. eröffneten, ihr Leben zu retten, in Wälder und Berghöhlen sich verkrochen und ihr Vieh und alles im Stich gelassen haben. Nachdem aber General Oudinot auf seine des Pfarrers, Vorstellungen die Versicherung gab, daß von nun an die Personen und ihr Eigentum geschützt werden sollen, und er diese Ver- sicherung bekannt gemacht hatte, seien die meisten Einwohner noch am nämlichen Abend zurückgekehrt und haben von Stnnd an die nämlichen Kriegslasten mit den übrigen Gemeinden getreulich geteilt. Nur ein
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.