- 28 - Hinterlassenschaft. Daher wollten die Verwandten das Erbe nicht antreten, bis Herr Petrus Dietrich, von Rapperswyl durch ein Schrei- ben des Abtes von Bendern her gerufen sich anerboten habe, er wolle von seiner Ansprache von 2dl) fl. abstehen und mit den andern Ver- wandten das Erbe antreten und die Gläubiger befriedigen, auf daß der Seele in her andern Welt nicht darob zu leiden auferlegt werde. Nun bitte er den Abt, von dem ihm zu entrichtenden Fuder Wein die Hälfte nachzulassen, da die Verwandten mit eigenenem Schaden die Gläubiger befriedigen müssen. Sie weisen darauf hin, daß Pfr. Dietrich sel. das Pfrundhaus, Stall und Zehentwein-Keller restau- riert und den Hochaltar aus Eigenem habe zieren lassen. Frater Iodokus unterstützt das Gesuch lebhaft, das auch Erfolg hatte. Anter dem 29. Juni 1620 stellten die Erben: Iodok Oeri, Amann des Klosters, Adam Oeri, Landweibel, und Lllrich Dietrich, alle drei am Eschnerberg seßhaft, eine schön erhaltene Pergamenturkunde aus, in der sie bekennen, daß sie nur aus Gnade des Abtes das Erbe haben antreten können, das sonst die Hinterlassenschaft dem Kloster gehört hätte. Es heißt zwar, der Abt Simon von Bendern sei ge- beten worden, sein Sigel der Llrkunde aufzudrücken; dasselbe ist aber nicht mehr dabei. Im Jahre 162l klagte der Abt von Pfäfers beim Grafen Kaspar von Kohenems, daß ihm vom Pfarrer in Eschen von einigen Grundstücken der Zehent zurück behalten werde. Das Oberamt mel- dete nun dem Grafen, die Ammänner Marxer, Brendle und Häßler berichten, daß nur von 4 Weingärten und einem Acker, die für die Pfarrpfründe gestiftet wurden, der Zehent nicht nach Pfäfers ge- führt werde. Diesen Zehnten haben immer die Pfarrer gehabt. Schon zu den Zeiten des jetzt verstorbenen Pfr. Franzen (Dietrich) sel. habe der Prälat von Pfäfers diesen Zehnten haben wollen, die Sache sei vor den Bischof von Chur gekommen; dieser habe dem Herrn Franz bei Verleihung der Pfründe verboten, diesen Zehnten dem Prälaten abfolgen zu lassen. Es soll auch seit mehr als IW Iahren dieser Zehent dem Pfarrer gegeben worden sein. Der Abt von Pfäfers habe kürzlich auch den Abt von Bendern ersucht, ihm zu diesem Zehnten zu verhelfen; dieser habe aber geantwortet, er könnte has Mit seinem Gewissen nicht vereinbaren,
        

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