- 9 — das Stift die Kirche mit dem Zehnten und einem halben Kofe." Die Kirche war Pfarrkirche, denn zu ihr gehörte der Zehent. Eschen war also schon Pfarrei.*) Also war damals schon Pfäfers im Besitze der Kirche d. h. der Pfarrpfründe von Eschen. Das Kloster Pfäfers war um das Jahr 740 vom hl. Pirmin gegründet worden. Der erste Abt dieses Benediktinerstiftes war Albert oder Baldebert, der dann auch Bischof von Chur wurde. Dieser, sowie auch Kaiser Karl der Große und dessen Nachfolger Ludwig der Fromme, waren Wohltäter des Klosters und wahrscheinlich kam es durch einen von diesen in den Besitz der Kirche und des Gutes zu Eschen. In späteren Jahrhun- derten wußte man das nicht mehr, und die Mönche, die in der ältesten Geschichte ihres Stiftes nicht gut bewandert waren, meinten, die Güter zu Eschen stammen von den Herren von Schellenberg her, weil dieselben, allerdings^ in viel späterer Zeit, Beziehungen zum Kloster hatten, einer sogar selbst in das Kloster eintrat und es einige Jahre verwaltete. Nachdem im Neichsurbar vom Jahre 83l die Kirche von Eschen mit Zehnten dem Kloster Pfäfers zugeschrieben war, ist es sehr ausal- lend, daß in der Bestätigungsbulle des Papstes Gregor V. vom Jahre 998 unter den Besitzungen des Klosters diese Kirche und der halbe Kos nicht erwähnt sind. Aber die Bulle ist uns nicht im Lirtext erhalten, die vorhandene Abschrift**) nicht zuverlässig und un- vollständig. Möglich wäre es auch, daß in den widrigen Schicksalen dieser kleinen Abtei, die wie ein Spielball von einer Kand in die andere kam und den Besitzer öfters wechselte, die Kirche von Eschen derselben zeitweise abhanden kam. Zum Beweis diene folgendes: Karl der Große bestätigte dem Kloster Besitztum und freie Abtwahl, Ludwig der Fromme die Immunität. König Ludwig das Kind schenkte die kleine Abtei dem Bischof Salomo von Konstanz, der auch Abt von St. Gallen war. Vorher hatte Markgraf Burkart dieselbe zu Lehen gehabt. Der Bischof schenkte die Abtei seinem Neffen Waldo, Bischof von Chur. Durch Kaiser Otto l. erhielt ') Aus dem Umstände, daß in Eschen auch die Gerichtsstätte der Äerr- schaft Schellenberg war, könnte man schließen, daß die Kirche von Eschen die Kauptkirche der Herrschaft war; denn die Gerichtssitze waren immer bei den Kauptkirchen. *') Eichhorn Lp. Cur. c«6. pr°l-. Nr. 29 Äelbok, Regesten I. Nr. 175. ? 5
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.