-104 - Diese zum Teil abschlägige Antwort brachte die Gampriner in Harnisch. Sie fühlten hierüber Beschwerde beim Obcramte und ver- langten, daß die Eschner zur Aeberlassung des verlangten Wuhr- holzes, oder im Vcrweigerunqsfalle zur gänzlichen Teilung der ge- meinsamen Waldungen angehalten werden möchten. Es wurde dann ein amtlicher Augenschein vorgenommen, die Sache ventiliert, aber bis l/84 unentschieden gelassen. Endlich nach eingeholtem Rat auswärtiger Rechtsgelehrter wurde vom Oberamt i. Z, 1784 z» Recht erkannt, daß die Teilung der Waldungen den Rechten und Llmstände» entsprechend statthaben solle. Lieber dieses Arrcil wurde von der Gemeinde Eschen der Rekurs an den Fürsten ergriffen. Es wurden nun einige fürstliche Reskripte an das Oberamt erlassen mit dem Befehle, beide streitende» Gemeinden zur Ruhe und Eintracht zu mahnen und sie gütlich zu vereinbare». Des »»geachtet wurde der Prozeß i.nmer hitziger betriebe«, und end- lich, weil keine Hoffinmg zu gütlicher Beilegung des Streites mehr vorhanden zu sein schien, wurden vom Fürsten die Parteien an den Reichshofrat gewiesen. Vor diesem Tribunal wurde der Prozeß nachlässiger betrieben, weil inzwischen beide Gemeinden Gamprin und Eschen mit einem anderen Rechtshandel von Seite der Geineinde Schaan bedroht wurden. Diese fing nämlich an, den Eschnern und Gampriner» das seit undenklicher Zeit von ihnen genossene Tratt- recht aus dem sogenannten Bannriet streitig zu machen. Weil aber die von Gamprin den meisten Nutzen auf diesem Riet hatten, wollte« sich die Eschner in keine« neuen Prozeß einlassen, vielmehr den Gampriner« die Verfechtung dieses Handels allein überlassen, es wäre denn, daß Gamprin auch von dem Waldtcilungs-Prozeß abstehen würde. Die Vertreter von Gamprin gaben auch wirklich den Vertretern von Eschen zu verstehen, wofern Eschen sie im neuen Handel nicht würde in? Stiche lassen, würde Gamprin glaublich an den Waldteilungs-Prozeß nicht mehr'denken. Hierauf wurde gemein- schaftlich dieser Rietstreit betrieben und endlich auch zu Ende gebracht. Die Vorgesetzten von Gamprin, nm Wort zu halten, verfaßten mit denen von Eschen eine neue Waldordnung, bogen darin allem vor, was zu zukünftigen Streitigkeiten Anlaß geben konnte, nnd unterzeichneten dieselbe und ließen sie vom Oberamte ratifizieren.
        

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