89 dem Dotations-Instrnment wird bis ins Allerkleinste bestimmt, wie die „Spitälerinnen" zu kleiden, zu ernähren, zu Pflegen seien. Auch ihre religiösen Llebungen und die Tagesordnung wurde vorgeschrieben und die Oberaufsicht dem bischöflichen Vikar anvertraut. Die Fürstin machte im Jahre 1767 eine weitere Schulstiftung. Sie hatte von der gräflichen Familie Kinsky die Herrschaft Nattay gekauft. Darin waren zwei Städtchen und 21 Ortschaften. Für diesen ganzen Bezirk waren nur zwei Lehrer tätig, einer im Städtchen Nattay und einer im Städtchen Ianowitz. Manche Kinder hatten 
N/2 Stunden weit zur Schule, weshalb viele ohne allen Unterricht blieben. Die Fürstin ließ nun im Dorfe Auschitz eine dritte Schule errichten und stattete Lehrer und Schule reichlich aus, auch verbesserte sie das Einkommen der beiden Schulen in Nattay und Ianowitz. Der Unterricht war unentgeltlich für die Kinder. Auch das Brennholz lieferte die fürstl. Waldung. Die Bestimmungen sind die gleichen wie bei der neuen Schule in Kauniti. Im Jahre 1729 verlor die Herzogin ihren Gemahl, der zu Wien an den Blattern starb, die damals dort wüteten. Sie setzte ihn im Stepahnsdom in der Kreuzkapelle bei. Sie betrauerte ihn auss tiefste und setzte ihm, wie auch dem daselbst begrabenen Prinzen Eugen ein prächtiges Grabmal. Auch ihren einzigen Sohn, den jungen Prinzen Eugen sollte sie nach sünf Iahren im Alter von 20 Jahren verlieren. Derselbe war am Hofe des Königs Amadeus von Sardinien in Turin erzogen worden. Dieser König hatte ihm den hohen Annunziatenorden und der Kaiser Karl VI. das goldene Vließ verliehen. Als General Feldwachmeister hatte 
er sich an den Rhein zur Armee seines Oheims, des Prinzen Eugen begeben, wo er an einem hitzigen Fieber starb. Auch er wurde im Stephansdom neben seinem Vater beigesetzt. Die Herzogin selber, deren Titel lautete: „Herzogin von Savoyen, Prinzessin von Piemont, Markgräfin von Saluzzo, Gräfin von Soissons, des hl. römischen Reichs geborne Fürstin von Liechtenstein", starb im Jahre 1772 78 Jahre alt, nachdem sie ihren Gemahl um 43 Jahre überlebt hatte. Auch die Pfarrkirche von Vaduz besitzt ein Andenken von ihr. Sie schenkte derselben Reliquien der hl. Teresia, die in Seide ge- faßt in einer kleinen vergoldeten 
Monstranz sich befinden. Die An- thentik ist dem Erzbischof von Görz im Jahre 1766 ausgestellt worden.
        

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