— 84 — Fürst Johann Adam zum Leiter dieses Institutes bestellt ward, wurden Einlagen gemacht. Das Vertrauen, das dem Fürsten geschenkt wurde, hatte den Ersolg, daß die Bank schon im ersten Jahre dem Staate mit 3 Millionen Thaler d. i. 4'/2 Millionen Gulden zuHilfe kommen und die Einlagen überdies mit 5 °/o verzinsen konnte. Als aber diese kaiserliche Bank später in die sog. Wiener Bank umgewandelt wurde, machte der Fürst nicht mehr mit. In seinen Anlagen,im Liechtental bei Wien wollte der Fürst der Stadt Wien an einem Beispiel zeigen, wie man wirtschaften sollte. Daselbst baute er das herrliche Palais „in der Nossau", das jetzt als Gemäldegalerie dient. Seine Bauten hatten aber auch einen caritativen Zweck. Er pflegte zu sagen, weil ihm die göttliche Güte große Mittel beschenkt habe, so wende er jährlich 30 000 fl. sür Almosen auf, aber nicht für müßige Bettler, die aus dem Müßig- gang Profession machen, sondern für bedürftige Taglöhner und Maurer. Er baue nicht aus Ehrgeiz, indem er ohnedies mit Woh- nungen genugsam versehen sei, sondern wegen den Armen, die gern arbeiten, aber nicht immer Arbeit finden. Den Plan zum Nossauer Palast machte ihm der als Bau- meister berühmte ?. Dominikus Martinelli. Die Riesenhalle beim Eintritt in das Haus hat ein Spiegelgewölbe von außerordentlicher Spannweite. Die Ausmalung der großen Halle übertrug der Fürst dem berühmten Iesuitenpater Andreas Pozzo, der ein Meister der Perspektive war. Er schmückte die gewaltige Decke wie mit einem einzigen Bilde, das die Taten des Herkules darstellt. Alle Figuren dieses Gemäldes sind nur sür einen einzigen Punkt in der Mitte der Halle berechnet. Der Historienmaler Franceschini aus Bologna lieferte für den Bau Oelgemälde. In diesen Bau verlegte der Fürst die berühmte Gemäldesammlung, die reichste Privatsammlung der Welt. Auch den herrlichen Stadtpalast das sog. Majoratspalais er- baute Fürst Johann Adam, und ließ ihn mit Marmor und Gemälden und Stukkaturarbeiten reichlichst schmücken. Durch des Fürsten Frei- gebigkeit erstand die Psarrkirche in Liechtental. Auch erbaute er die Schlösser zu Blumenau in Mähren und Landskron in Böhmen. Der reiche Fürst hatte nun auch den Wunsch in das Kollegium der Fürsten des Reiches aufgenommen zu werden. Darum kaufte er
        

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