- 83 - Zu gleicher Zeit kaufte er inmitten der Stadt Wien einen Bodenkomplex, wo er das Majortspalais erbaute. Im Jahre 1695 kaufte er von den Fürsten von Württemberg den größten Teil der .Herrschaft Sternberg in Mähren um 504 000 fl. Im Jahre 1699 kaufte er um 115 000 fl. die Herrschaft Schellenberg von den Grafen v. Hohenems. Im Jahre 1701 erwarb er vom Grafen Johann Peter von Werdenberg die Herrschaft Iudenau und den Edelsitz Gulden für 256 000 fl. Im folgenden Jahre kaufte er um 129 000 fl. vom Kaiser die ungarische Herrschaft Hradek. Im Jahre 1703 kaufte er um 200 000 fl. die Herrschaft Weißenburg vom Grasen Theodor v. Zinzendorf. Im Jahre 1708 erwarb er die Herrschaft Roten Haus in Böhmen. Diese große Herrschaft mit dem stattlichen Schloß, dem Grafen Harras gehörig, kostete ihn 90 300 fl. Endlich im Jahre 1712 erfolgte der letzte und wichtigste An- kauf, derjenige der Reichsgrafschast Vaduz im schwäbischen Kreise vom Grafen von Hohenems um 290 000 fl. Aeberdies besaß der Fürst drei Herrschaften in Böhmen als Pfand vom Kaiser für geliehene 500 000 fl. Die ganze Summe aber, die er dem Reiche in den großen Bedrängnissen des Krieges geliehen hatte, betrug beinahe eine Million Gulden. Der Kaiser Leopold wollte dieses Finanzgenie auch 
für sich und die Finanzen seiner Länder benutzen. Daher betraute er ihn mit der Untersuchung derselben und Antragstellung. Er bereiste also die Länder und kam zur Ueberzeugung, daß viel zu viel Beamten vor- handen seien, daß man im Interesse der Verwaltuug viele derselben entlassen und so eine jährliche Ausgabe von 3 600 000 fl. ersparen könne. Als aber der gutmütige Kaiser nicht daraus eingehen wollte, zog sich der Fürst von dieser Angelegenheit zurück. Er hatte dem Kaiser vorgerechnet, daß man mit dieser Ersparnis 50000 Mann unterhalten könnte. Als im Jahre 1703 die Finanzkalamität der Monarchie aufs Höchste gestiegen war, kam man auf den Gedanken, eine Girobank in Wien zu errichten. Aber es fehlte das Vertrauen zu ihr. Erst als
        

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