— 73 - auf Ponte Piecolo zugeeilt, wohin auch wir diesen Tag zu kommen hatten. Sonst hält man den Weg nach Ponte Grande von Silibria aus für eine Tagesreise, welchen Ort wir um Mittag erreichten und die Pferde etwas rasten ließen. Ponte Grande ist ein Städtchen am Meere. Nahe dabei er- scheint ein Arm vom Meer, ziemlich breit. Darüber ist eine schöne lange Brücke gemacht, wovon der Ort den Namen hat. Also war die 25. Tagreise bis' Ponte Piecolo, auch ein 18. Oktober. Städtchen am Meer. Diesen ganzen Tag sind wir immer dem Meer entlang gereist uud haben bisweilen des Herrn Gesandten Schiffsehen können. Nicht gar weit von diesem Orte hat des anderen Tages der Herr Orator etliche essige Speisen und Wein ins freie Feld uns zugeschickt und ist darnach während des Essens selbst zu uns gekommen. Nach der Mahlzeit sind wir allgemach aufgebrochen. Als wir einwenig über eine Hohe gezogen, haben wir die Türken, die uns empfangen sollten, halten sehen. Es war daselbst in Person der Tzausch Pascha (das Haupt der Höflinge am Hofe des Sultau) mit dem Brumbeg und noch einem vornehmen Dragoman und mit 49 Tzauschen oder vornehmen Hofdienern zu Roß, wohl geputzt. Die haben uns empfangen, sind vor uns hin geritten, wie auch der Herr Orator mit einer Anzahl seiner Pferde, und haben also den Herrn Gesandten in die Stadt Konstantinopel geführt. — ÎÄier bricht leider der interessante Reisebericht des Melchior Besolt ab. Ein anderer Teilnehmer an der Reise Äans von Lowenklau berichtet (in Neue Chronika Türkischer Sachen) darüber^ Die Zahl derer, so mit dieser Botschaft zogen, außer dem Gesandten waren 89 Personen. Man hat auch mitgenommen 66 Pferde samt 10—12 Lehenrvfse. Der Kutschen waren es 17 für uns, auf welchen man uns von Griechisch Weißenburg (Belgrad) nach Konstantinopel führen sollte. Denn von Wien aus kann man für und für zu Wasser auf der Donau bis Weißenburg fahren. Allda steigt man aus den Schiffen, fährt zu Land, läßt die Donau links liegen, zieht durch Serbien, Bulgarien Mazedonien, Thrazien bis Konstantinopel. Es hatte der Pascha von Ofen uns für Geleitsleute zugeordnet, uns zu bedienen und kostenfrei zu halten einen Beg (also werden bei
        

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