71 — sieht man eine Empore, auf welcher der türkische Alkoran auf einem Pultbrett liegt, woraus der türkischen Gemeinde am Freitag, das ist an ihrem Sabbat, ihr Gesetz vorgelesen wird. Man hat uns auch gezeigt den Ort im Tempel, den der türkische Kaiser benützt, wenn er in den Tempel kommt. Es ist auch eine kleine Empore in einer Ecke des Tempels. Er hat auch einen besonderen Eingang, dorthin zu kommen. Dem kaiserlichen Palast gegenüber soll es in dieser Kirche gegen 2000 Lampen haben, und soll man für eine Nacht 60 Pfund Oel brauchen. 3m Innern des Tempels hat es rings- um einen schönen breiten Gang, doch wegen der großen Säulen und der vier Türen unterschlagen, als wären es Zimmer. Auch iu der Höhe ist ein schöner Gang. Die vier Türen an den Ecken haben je einen Absatz, von wo aus die Pfaffen die Gemeinde zum Gebet rufen und die Tageszeit verkünden, während die anderen Tempel alle nicht mehr als einen solchen Absatz haben. Den einen Turm hat das Wetter vier Monate, ehe wir an- kamen, zerschlagen. Darum die Türken zur Zeit unserer Anwe- senheit im starken Banen waren. Auch ist ein Turm dermaßen aufgebaut, als ob er gedreht wäre. Schließlich ist dieser herr- liche Tempel von Sultan Selim, des jetzt regierenden Kaisers Vater, zu bauen angefangen und gestiftet worden, und wird der Bau nun in das zwanzigste Jahr geführt. Hier kann ich eine alte Gewohnheit nicht unerwähnt lassen, die bei den tür- kischen Sultanen Herkommen ist, daß nämlich kein Kaiser einen Tempel bauen kann, er habe denn zuvor ein neues Land erobert, das er dazu stiften könne. Also hat zu dem jetzt beschriebenen Tempel zu Adrianopel der Sultan Selim Cypern gestiftet, das er den Veneticmern weggenommen hat. Der jetzt regierende Herr Murat III. hat noch keinen Tempel erbaut, weil er noch kein Land erobert hat. Die 20. Tagreise ging nach Hapsala. Es ist ein Flecken 13. Oktober, mit schöner Karawanserei und einer Moschee von Mehemet Pascha erbaut. Es ist daselbst von ihm auch eine Stiftung, daß allen Reisenden um Gottes willen ein Essen gereicht wird, nämlich Reis, Schaffleisch darin und Brot; wer will, darf drei Tag dessen genießen. Wenn einer auch nach zwei Tagen wieder
        

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