- 65 — haben den Fluß rechter Kand gehabt. In der Nähe um das Gebirge herum hat es warme Quellen. 
Es ist ein sehr lustig fruchtbarer Ort. Wir haben unser Logis im Spital gehabt. Bei des Spitals Tempel hat es eine Nebenkapelle, die des Äassan Beg 
Begräbnis ist. Des folgenden Tags sind wir zu Nissa, dem gemeinen Brauch nach geblieben, damit Mann und Roß ausruhten. Die 8. Tagreise ging bis Curitschesma. Wir mußten 27. Sept. über ein ziemliches Gebirge fahren. In diesem Dorf hat es (wie gewöhnlich in bulgarischen Dörfern) mehrenteils Christen oder lauter Christen. Die Türken 
halten sich lieber in Städten und Märkten aus und die geringfügigen Orte lassen sie den bulgarischen Christen, welche, wenn sie dazu Gelegenheit haben, gerne Wein bauen, bei welchen auch aller Wein, den wir ge- trunken, gekauft 
worden ist, weil die Türken wegen ihres Gesetzes, durch welches das Weintrinken 
verboten ist, dem Weinbau nicht obliegen. Die bulgarischen Christen sind schlichte arme Leute, die mit wenigem zufrieden sind. Das vornehmste und diesen Leuten beschwerlichste Einkommen, das der türkische Kaiser von ihnen 
hat, ist der Zehent, den die Christen zu gewissen Iahren (ich glaube im dritten oder fünften Jahr) von ihren Kindern geben müssen, welche haufenweise nach Kostantinopel geführt, in ein eigenes dazu erbautes Kaus einlogiert, zu allerlei Äan- tierung je nach ihrer Eigenschaft, erzogen und abgerichtet, mit Speis, Trank und Kleidung erhalten werden. Die Bulgaren, was Männer sind, 
halten sich in der Kleidung den Türken fast gleich. Die Weiber aber umsoviel anders, daß sie mit offenem Angesicht sich sehen lassen, während die türkischen Weiber ver- hüllt und vermummt einhergehen. Auch tragen diese (die Bul- garen) Röcke von grober Leinwand, und je mehr mit Farben das Kleid ausgearbeitet ist, sür desto schöuer halten sie es; die türkischen tragen lange Kleider, sein ehrbar. Diese (bulgarischen) behängen sich mit mancherlei Spangen und anderen seltsamen Sachen, besonders an den Ohren, so daß solche Ohrspangen bald ein halbes Pfund wiegen; auch lassen sie ihr Äaar lange herab wallen, auch wunderbar geflochten. Die Türkenfrauen sind zu Äause nicht vermummt.
        

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