- 60 — wäre nicht geringer Schaden darauf erfolgt. Weil er aber allein stand und das Schiff nachgab, hats keine weitere Irrung ver- ursacht, als daß ein Brett oder zwei vom Schiff gerissen wurden. Das eine Roßschiff ist in eine Mühle hineingefahren, dieselbe zum Scheitern gebracht und hat das Schiff vom Anstoß auch ein Loch bekommen. Lange darnach kam das Küchenschiff. Diese klagten auch, wie sie in einen Wirbel geraten, der das Schiff zweimal umgetrieben, bald darauf sonst aufgefahren sei, wodurch sie sich verspätet hätten. In voller Nacht sahen wir das andere Roßschiff auch herbei kommen. Auch dieses war angefahren gewesen. 
Daß sich nuu an diesem Tag diese Anordnung bei unseren Schiffen 
zugetragen, ist nicht aus Nachlässigkeit oder Anerfahrenheit der Schiffsleute geschehen, sondern deshalb, weil da die Donau engen Lauf und viele Mühlen hat, wodurch die Schiffahrt 
behindert ist. Zudem hatte uns die Nacht übersallen. 16. 
Sept. Folgenden Tages fuhren wir wieder vor ein Schloß, auf einem Berg gelegen, dabei ein Flecken unter dem Berge, derselbe wird Petrowar aus ungarisch, sonst Petri Varadinum (Peter- ward ein) genannt. Das Schloß ist sehr weitläufig aber schlecht, dennoch mit einer Ringmauer umgeben und das Gelände sehr schön. Am die Mittagszeit kamen wir zu einem großen Flecken Karlowitz genannt, an welchem Orte sehr guter Wein wächst, und meines Bedünkens haben wir von Wien ans keinen besseren getruuken. Es hat auch der Wein eine schöne Farbe 
und ist ganz lauter, welche Qualität bei den ungarischen Weinen sonst nicht zu suchen ist. Die Einwohner dieses Marktes sind mehren- teils Christen nnd haben auch diese Proviant und Fütterung hergegeben. Aber hier kann ich nicht ungemeldet lassen, daß ich zuvor, wann ich gesehen die armen Christen Proviant her- geben, herzliches Mitleiden mit ihnen gehabt habe, in der Meinung, sie müßtens an ihrem Munde absparen und umsonst auf die Schiffe bringen. So bin ich aber nachher berichtet worden, daß sie dasjenige, das sie hergeben, dem Sultan an der jährlichen Steuer abziehen. Denn die Türken, die noch mit den Christen in Angarn sitzen, dürsen diese nicht so tyrannisieren, wie jene, die in der Nähe von Konstantinopel sind. Darnm was die Christen aus das Schiff geben, nicht umsonst gegeben wird,
        

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