— 50 — 4. Sept. Sobald nun Kundschaft kommen, daß die Türken unter- halb Komorn am gewöhnlichen Ort nnser warten, sind wir gleich von Komorn weg und den Türken zugezogen. Da hat man ans der Festung mit drei großen Stücken (Kanonen) los- gebrannt und hat uus das Kriegsvolk begleitet, die Deutschen zu Lande, bis 300 Mann stark, die Nasadisten zu Wasser auf der Donau mit 19 Schiffen. Und auf einem jeden Schiff waren 28 Personen, streitbare Leute, die auch außerhalb des Streits rudern. So dann zwei Waida oder Hauptleute. Im vorderen Teil eines jeden Schiffes lagen zwei kleinere Stücklein, die man auf alle Seiten mit Vorteil rücken und richten kann. Als wir nun von Komorn aufgebrochen, haben wir auf einer halben Stunde wegs unterhalb Komorn die Türken an- getroffen, welche da mit ihren Schiffen gelandet waren, und zu Lande unser warteten, bis wir auch gelandet. Da man zu beiden Teilen auf dem Lande war und beiderseits zusammen ging, habeu uns die Türken empsangen. Der Beg von Gran schickte an seiner Statt seinen Hosmeister, einen verschmitzten, aber höflichen Mann. Außerdem waren die anderen Türken gemeine Leute und kamen doch auch mit besonderer Feierlichkeit, hatten bei sich 9 Schiffe, auch Nasadisten, unseren Schiffen mit Leuten, Spießen, Tartschen allerdings gleich; aber da die unsern auf jedem Schiff zwei Stücklein Geschütz, hatten sie nur eins. Als man nun einander empfangen, hat man das Früh- mahl genommen an demselben Ort. Des Begen Hofmeister ist bei dem Herrn Gesandten an der Tafel gesessen. Nach ge- habter Mahlzeit hat man vom Land gerückt. Da brannten unsere deutschen Schützen zu Lande los in guter Ordnung und tatens zum cmdernmal. Die türkischen Schützen erzeigten sich auch so gut sie konnten, auch mit den größeren Stücklein neben den Handrohren (Flinten). Da wir ein wenig fortrückten, taten sich uusere Nasadisten mit ihren Schiffen von einander und brannten mit den größeren Büchsen los in einer zierlichen Ordnung also, daß es aussah, gleich als ob eine Mauer von Rauch über die Donau gemacht wäre. Zu beiden Teilen brauchte man Spiel oder Musik; die unsern mit Trompeten und einer Heerpauke, die Türken hatten auch eine kleine Heertrommel,
        

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