— 39 — gegen eine Vernrteilnng ihres Herrn. Dann traten die Vertreter des Bischofs auf, nämlich Kaspar von Perusio, Simou von Therano (Advokaten) und Johann de Scribcmis, auch der Bischof war persön- lich anwesend. Seine Vertreter baten, nachdem die Sachlage genü- gend klar gemacht sei, die Schuld des Herzogs am Tage liege, den Spruch zu tun. Da aber der vorangehende Prozeß alles eingehend und genau untersucht und darüber Sitzungen genug gehalten worden waren, bestieg im Auftrag der Versammlung der Bischof Antonius von Cvncordia (Italien) die Tribüne mit den Bischöfen Vital von Toulon (Frankreich), Nikolaus von Mersebnrg (Deutschland), Patri- tius von Coreogne (England), Vertreter der vier Nationen. Bischof Antonius las mit lauter Stimme den Beschluß des Concils vor. Es wurden die Verfehlungen des Herzogs kurz aufgezählt, beson- ders die ungerechte Behandlung eines Bischoss und der Raub und die Vorenthaltung seiner Rechte und seines Besitztums, ferner daß er, trotzdem er dem König völlige Unterwerfung unter sein Urteil eidlich versprochen habe, bis dato den Bischos nicht zurückkehren ließ und seine Besitzungen ihm nicht zurückgestellt habe. Es werden der Herzog und alle anderen, die bischöfliche Lehen und Besitzungen inne haben, ermahnt, innert 30 Tagen dieselben dem Bischof Georg zurück- zustellen; tun sie das nicht, so sind sie im Banne. Dieser Beschluß mußte an den Kirchen der benachbarten Bistümer Augsburg, Chur, Brixen usw. angeschlagen werden. Am 3. März 1417 wurde wirklich über den Herzog durch das Concil der Kirchenbann ausgesprochen, sowie auch über die anderen Schuldigen, weil sie sich an die Aufforderung des Concils nicht ge- kehrt hatten. Der Herzog war nämlich gegen sein dem König eidlich gegebenes Fürstenwort aus Konstanz entflohen, um mit bewaffneter Hand sich seiner Länder wieder zu bemächtigen. Er soll ja des Nachts an den Thoren von Bludenz geklopft und von den Bürgern des Städtchens über den Arlberg begleitet worden sein. Da das Volk von Tirol bald wieder zu ihm hielt, faßte er wieder neuen Mut zum Widerstande. Das Concil hatte ein Schreiben an den dama- ligen Hauptmann des Stiftes, Peter von Spaur, erlassen, sowie an sämtliche Lehenleute des Bistums, ihrer Pflicht gegen den Bischof eingedenk zu sein und dazu mitzuwirken, daß der Herzog ihn wieder einsetze (1416). Auch waren zwei Kardinäle und 8 Bischöfe damit
        

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