— 38 tauscht, teils selbst benützt hatte, ohne jegliches Recht dazu zu haben, befahl der König ihm, dem Bischof Georg alle diese Güter zu dessen freier Verfügung zurückzustellen und Schadenersatz zu leisten. Beim Konzil war in dieser Sache eine genaue Untersuchung und ein förmlicher Prozeß geführt worden. Die Vertreter des Herzogs hielten stundenlange Reden, in denen sie ihren Klienten ganz rein zu waschen sich bemühten. Alles sei in der reinsten Absicht geschehen und der Bischof habe ganz freiwillig in alles eingewilliget. Er habe durch seine übermäßige Strenge die Trientiner zur Empörung gezwungen usw. Aber die Tatsachen, die Mißhandlungen, die Gefangennahme, die Beraubung, die Entfernung vom Bistum, die Einsackung des bischöflichen Einkommens seit neun Iahren, die Vorenthaltung des geraubten Gutes usw. konnten nicht weggeleugnet werden, und die Vertreter des Bischofs waren bei der Verhandlung so siegreich, daß der Beschluß einstimmig lautete: dem Bischof ist schweres Anrecht geschehen, ihm soll Recht werden; das Benehmen des Herzogs gegen einen Bischof sei gegen alles kirchliche und weltliche Recht und Gesetz. So folgte denn der Spruch des Concils in öffentlicher Sitzung: Der Herzog ist mit Recht vom König zur Restitution verpflichtet worden, da er die Strafen inkurriert hat, die von Kaiser Karl IV. gegen die sakrilegischen Verletzer der kirchlichen Immunität verhängt wurden. Er hat innert 30 Tagen Rückerstattung zu leisten, sowie auch alle anderen, die bischöflichen Besitz in Händen haben. Er hat allen zugefügten Schaden zu vergüten. Dieser Beschluß ist in Deutschland und Italien zu publizieren. Folgende Notizen mögen einiges Interesse finden. Herzog Friedrich verstand nur Deutsch, nicht Lateinisch; er scheint also keine höhere Bildung genossen zu haben. Die Generalversammlung fand in der Hauptkirche zu Konstanz statt. Die Sitzung begann mit einem feierlichen Hochamt (zu Ehren der Mutter Gottes), das ein Bischof zelebrierte. Dann bekleideten sich die Kardinäle, Patriarchen, Erzbischöfe, Bischöfe und Äbte mit ihrer Amtskleidung (mit Mitra und Mantel), der Kardinalbischos von Oftia mit den Pontifikalkleidern angetan führte den Vorsitz. Nach den vorausgehenden Formalitäten erschienen die Herren Dr. Ardichin der Advokat und Johann Helling als Vertreter des Herzogs. Sie verlangten Verlängerung des Prozesses und protestierten zum Voraus
        

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