- 37 — und zum Neichsfürsten und geheimen Rate des Königs ernannt, sowie auch der königliche Schntz für sein Bistum und alle seine Besitzungen ihm versprochen. Der König lobt in der ausgestellten Urkunde (Ofen 25. Juni 1412) des Bischofs Ergebenheit, die unerschütterliche Stand-- haftigkeit seines Geistes, seine umsichtige Klugheit, den Ernst und die Strenge seiner Sitten, seine Nechtschaffenheit und Ausdauer im Ungemach, wie er unaufhörlich seine Person so vielen Gefahren aus- gesetzt und keine Mühen und Anstrengungen gescheut habe.*) Als Neichssürst solle er überallhin im Reiche ungehindert und abgaben- frei reisen können und die Ehren eines Fürsten genießen. Der König werde ihn und seine Besitzungen und Rechte mit seiner Macht gegen jedermann schützen; doch sollen seine Städte und Burgen im Not- fall ihm offen stehen. Doch vergingen noch mehrere Jahre, bis der Bischof endlich zu seinem Sitz zurückkehren konnte. Herzog Friedrich hatte den Gegenpapst Johannes, den er über den Arlberg nach Konstanz be- gleitete, für sich gewonnen. Da die Kirchenversammlung die Abdan- kung dieses Papstes verlangte, die er aber verweigerte, half ihm Herzog Friedrich heimlich zur Flucht aus Konstanz. Dafür wurde er vom König in die Reichsacht getan und aller seiner Länder für verlustig erklärt. Die Klagen des Bischofs Georg wurden von der Versammlung für wahr erkannt und der König er- sucht, denselben in sein Bistum zurückzuführen und in den Besitz aller seiner Rechte und Güter wieder einzusetzen. Der König stellte denn auch am 8. Juli 1415 die betreffende Urkunde aus. Er besahl krast königlicher Macht dem Herzog, daß er den Bischof in Zukunft im ruhigen Besitze seiner Stellung belasse, bei seiner und des Reiches Ungnade. Er, der König, habe Churfürsten, Gelehrte, Rechtskundige, Fürsten und Grafen darüber zu Rate gezogen, und alle haben erklärt, dem Bischof Georg sei schwer Unrecht geschehen und er soll resti- tuiert werden. Herzog Friedrich habe das auch auf Eid und Fllrsten- ehre versprochen, sich in allem den Befehlen des Königs zu fügen. Bis er alles vollzogen habe, sollen alle seine Untertanen dem König Untertan sein. Da der Herzog die bischöflichen Lehengüter neun Jahre lang wie sein Eigentum behandelt, die Erträgnisse derselben in seine Tasche gesteckt, die Lehengüter (Burgen) teils veräußert, teils ver- *) Falke S. 411.
        

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