- 35 - und andere Staaten hielten zum wirklichen Papst in Rom. Beide Päpste starben und erhielten Nachfolger. So ging es 40 Jahre lang. Da sehnten sich alle Guten nach Herstellung der Einigkeit in der Kirche. Es kamen viele Kardinäle in der Stadt Pisa zusammen, erklärten beide Päpste für abgesetzt und wählten einen gemeinsamen Papst, der sich Alexander V. nannte, aber schon nach einem Jahre starb. Nun wurde ihm ein Nachfolger gegeben in der Person Johannes XXIII. Obwohl nun derPapst zu Rom, damals GregorXII.,der wirklichePapst war, erhielten doch die zu Pisa gewählten, also auch Johann XXIII. großen Anhang. Auch Oesterreich erkannte ihn an. So hatte man drei „Päpste" und war die Christenheit in drei Parteien gespalten. Diesem Zustand wollte der damalige deutsche König Sigismund ein Ende machen und alle Guten halfen mit. Er berief mit Johann XXIII. eine allgemeine Kirchenversammlung nach Konstanz am Bodensee ein. Dort sollten alle drei Päpste abdanken und die Kardinäle einen neuen Papst wählen. Das geschah denn auch. An diesen sog. Papst Johann XXIII., der in Oesterreich an- erkannt war, wandte sich nun unser Bischof Georg um Hilfe. Er schilderte ihm seine Lage und seine Erlebnisse und bat um Bestätigung des über seinen Bedränger ausgesprochenen Bannes. Nach fast 20-jähriger segensreicher Regierung haben er und sein Bistum von dem Sohne des Verderbens, dem Herzog Friedrich, seit 6 Iahren alles Leid erfahren müssen. Der Aufstand der Trientiner sei wahr- scheinlich auf seine Anstiftung erfolgt. Da sei der Bischof in seiner Kathedrale gefangen, geschlagen, beschimpft und dann in den Turm gesperrt, nach roher Behandlung und unter Drohungen dort mehrere Tage festgehalten worden. Die blutigen, abgeschlagenen Köpfe zweier seiner Beamten seien ihm vorgehalten worden u. s. m. Ohne Einwilligung des Herzogs hätten die Trientiner solches zu tun nicht gewagt. Nach einigen Tagen sei dieser in der Stadt erschienen unter der Vorgabe die Eintracht herstellen zu wollen. Die Bürger überlieferten nun ihm den Bischof. Dieser keine List ahnend und den Herzog ehren wollend, führte den Herzog mit seiner Begleitung in sein Schloß. Als der Herzog in das Schloß eingeführt war, legte er gewaltätig an den Bischof Hand an, nahm ihn ohne weiters gefangen und fesselte ihn mit eisernen Ketten. Aeberdies raubte er ihm alles, Mobilien und Immobilien, die dem Bischof
        

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