— 34 - folgung und Injurie nicht nur im Banne ist, fondern noch größere Strafen verdient. Als solcher ist er von allen Christgläubigen zu meiden. Der Bischof besielt daher den Kirchenbann über den Herzog von allen Kanzeln des Bistums dreimal zu verkünden. LIeberdies verhängt er das Interdikt über alle Kirchen seiner Diözese für solange, als der Bischof nicht etwas anderes verfügen wird. Geistliche, die das Interdikt nicht beobachten 
versallen ipso kactoder Exkommunikation. Der Bischof enthob gleichzeitig den Weihbischof und den Generalvikar zu Trient ihres Amtes, weil er nun selbst die Ver- waltung führe. Wie zu erwarten war, kehrte sich der Herzog nicht an den Kirchenbann, zwang vielmehr die Geistlichen zur Abhaltung des Gottesdienstes. Da rief der Bischof seine Vasallen zu den Waffen und stellte ihnen Hilse von deutschen Fürsten und von seinen eigenen Verwandten in Aussicht. (Nikolsburg 12. August 1411). In dem lateinischen Schreiben an seine Vasallen sagt der Bischof, der Herzog habe widerrechtlich bischöfliche Lehen vergeben, es habe sich von Tag zu Tag mehr gezeigt, daß er ihn nicht wegen etwaiger Verschuldung gefangen gehalten habe, denn er habe ihm nichts vorzuwerfen ge- wußt; er habe ihn nur deshalb vertrieben, um fich der Güter des Bistums zu bemächtigen. Sie wissen, wie er stets das Etschland verteidigt und geschützt habe, weil sonst dieses Land schon längst in feindliche Hände geraten wäre. Weil der Herzog nicht auf recht- lichem Wege und nicht mit Waffengewalt ihn habe entfernen können, habe er es durch List und Betrug tun müssen. Hätte der Bischof die Lügen desselben durchschaut, hätte er sich vorher an die Herzoge Leopold und Ernst um Beistand gewendet. Zu gleicher Zeit wandte sich der Bischof auch an den Gegen- papst Johann XXIII., der in Oesterreich als rechtmäßiger Papst galt. Wir müssen hier eine kurze Darstellung der damaligen traurigen kirchlichen Zustände einschalten. Im Jahr 1378 war zu Rom Arban VI. Papst geworden. Einige Monate nachher wählten französische Kardinäle einen anderen Papst, der sich in Frankreich aushielt und sich Klemens VII. nannte. Dieser war kein rechtmäßiger Papst, wurde aber besonders vom König von Frankreich unterstützt. Deutschland, Oesterreich, Italien
        

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