— 30 — Im Jahre 1409, nachdem der Bischof zwei Jahre in Wien festgehalten war, verwendeten sich der Landtag und die Universität wieder für die Befreiung und um die Rückkehr desselben in sein Bistum. Aber der Haß und die Kabsucht des herzoglichen Räubers in Tirol sträubten sich dagegen. Doch gaben endlich die Herzoge insoweit nach, daß man beider- seits den Erzbischof von Salzburg, die Bischöfe von Brixen und Lavant und zwei Laien als Schiedsgericht bestellte. Der Bischof hatte den Herzog Friedrich und seine Helfershelfer in den Bann getan, was diese zur Nachgiebigkeit gestimmt haben mag. Dieses Schiedsgericht kam am 19. Oktober 1409 in Schwaz in Tirol zusammen. Sein Spruch lautete: Der Herzog Friedrich hat den Bischof sofort frei zu lassen und ihm in Zukunft in Hand- habung seiner Rechte jenen Schutz zu gewähren, den ein Schirm- vogt gewähren soll. Ferner hat er ihm alles Eigentum zurück zu geben. Der Bischof dagegen soll dem Herzog huldigen und ihn vom Banne lösen, sowie auch alle, die von demselben betroffen sind. Er gibt den Herzogen auch die Burg von Pergine heraus und alles, was in der Burg vorhanden ist. Dagegen hat der Herzog dem Bischof das Schloß in Trient wieder zuzustellen und ihn in das- selbe einzuführen. Der Bischof soll dann den Herzogen huldigen mit seinen Festen zu Riva, zu Jenna, dem Schloß zu Trient und allen Schlössern des Bistums. Der Herzog soll dem Bischof auch die Burg Silfs abtreten. Der Herzog in seiner bekannten Geldnot hatte eine Rechnung von 30000 fl. eingegeben wegen seinen erlittenen Schäden. Diese Summe soll der Bischof zur Hälfte entrichten; aber soviel habe der Bischof zugut von der Burg zu Pergine her. Die geliehenen 3000 Dukaten und die ganze Einrichtung der Burg be- trugen 10 000 fl. Betreffs die übrigen 5000 fl. werde ein eigener Spruch ergehen. Wahrscheinlich wollte man abwarten, was vom Geraubten wieder an den Bischof zurückgegeben werde. Auffallen muß an dem Spruch, daß der Herzog nur verpflichtet wurde, die Pontifikalien (Infel und Stab), sein Gewand und die Bücher zu- rückzugeben. Wahrscheinlich wird er das andere schon versilbert ge- habt haben. Endlich wird dem Bischof aufgetragen, alle erlittene Llnbild zu vergessen und allen zu verzeihen.
        

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