- 29 — den bischöflichen Thron, Sandalen und Handschuhe, 4 kostbare Ringe, 13 theologische Werke, 9 Werke des Kircheurechts, 3 über das Civil- recht, 8 Werke vermischten Inhalts, mehrere das Bistum Trient betreffende Werke (die Päpstlichen und kaiserlichen Privilegien, die Lehen zc. enthaltend) über 140 Stück silberne Gefäße und Kleinodien, eine Menge Kleidungsstücke und Eßwaren! So konnte Friedrich seine historisch gewordene „leer Tasche" mit fremdem Eigentum füllen! In Wien stand der Bischof von Trient in hohem Ansehen, und alles ^ außer den Herzogen — nahm an seinem Unglück leb- hasten Anteil. Die Professoren der Universität, deren Kanzler der Bischof früher gewesen war, traten beim Herzog Leopold für seine Befreiung ein, wurden aber schroff abgewiesen. Den Wienern war die Gefangenhaltung des Bischofs in ihrer Stadt schon deshalb Äußerst unangenehm, weil durch dieselbe das kirchliche Interdikt über sie verhängt war. Es durfte keine Glocke geläutet und kein feierlicher Gottesdienst gehalten werden. Der Bischof war übrigens nicht in einem Gefängnis unter- gebracht, er konnte vielmehr frei sich in der Stadt bewegen. Welches Ansehen er besaß beweisen unter anderem folgende Vorkommnisse: Zwei Ritter aus Tirol, Rudolf der Lasperger und Barthol. von Gufidaun hatten eine Fehde geführt wegen Besitzungsrechten. Um sich zu verständigen, begaben sie sich nach Wien zum Bischof Georg, der mit seinen Brüdern Hans und Heinrich den Handel ent- scheiden sollte, was auch geschah. . Der Bischof fand auch Gelegenheit damals den Herzogen Ernst nnd Leopold, und mehr noch ihren Ländern einen sehr großen Dienst zu erweisen. Die beiden Brüder führten nämlich miteinander einen blutigen Krieg, der ihre Länder verwüstete und großes Elend über ihre Bevölkerung brachte. Unversöhnlich standen sich die Herzoge einander gegenüber. Da bemühte sich der gefangene Bischof, einen Frieden herbeizuführen. Er brachte eine Verhandlung beider Parteien znstande, die ein Schiedsgericht wählte. Daß der Herzog Ernst seinen starren Sinn endlich beugte, war das Verdienst des Bischofs. Ihm wurden bis Austrag der Sache die wichtigsten Briefe zur Auf- bewahrung übergeben. Es kam ein Waffenstillstand zustande.
        

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