— 26 — Vergleich zuwider. Er rief eiuen italienischen Bandenführer zu seinem Schutze herbei, der sich mit 7000 Mann auf den Weg machte. Aber die erschreckten Trientiner halfen sich durch eine List. Sie versam- melten sich insgeheim in der Domkirche und luden den Bischos zu einer Unterredung dahin ein. Arglos erschien derselbe und sah sich, ehe er sichs versah, von einer Schar umringt, die drohend die Lieber- gäbe seines Schlosses verlangte, und ihn, als er sich dessen standhaft weigerte, in einen festen Turm sperrte. Der Bischof blieb fest, trotz- dem der Pöbel seine Güter zerstörte, raubte, was zu erwischen war, und ihm sogar die abgehauenen Köpfe zweier seiner Beamten zeigte, die sich nicht geflüchtet hatten. Da die 7000 Italiener im Anzüge waren, riefen die Trientiner den Herzog Friedrich herbei, der eben damals mit den Appenzellern im Kriege lag. Mit Freuden kam er mit 10 000 Mann. Der Bischof wurde nun zwar befreit, mußte aber mit dem „Befreier", dem Herzog, einen Vertrag eingehen, worin der Herzog zwar den Schutz des Bischofs und eine Geldspende versprach, dafür aber der Bischof allen weltlichen Rechten und Besitzungen entsagen und den Herzog zum eigentlichen Herrn im Bistum machen mußte. Dieser erzwungene Vertrag, der vom Herzog nie gehalten worden ist, konnte aber keine Geltung haben. Kein Bischof von Trient hätte ihn anerkennen können. Im guten Glauben an die ehrliche Gesinnung des Herzogs ging der Bischof mit ihm auf sein Schloß und öffnete ihm dasselbe. Aber dort angekommen riß der Herzog dem Bischos die bischöflichen Abzeichen vom Leibe, ließ ihn in den Turm werfen, nach einiger Zeit wieder herbeirufen und in eiserne Bande schlagen. Als Gefan- genen schleppte er ihn dann auch mit nach Bruneck. Von dort mußte der Bischof dann allen seinen Untertanen und Vasallen befehlen, dem Herzog gehorsam zu sein. Als aber die Verteidiger zweier bischöflicher Burgen sich zur Llebergabe an den Herzog nicht ver- stehen wollten, vielmehr Abgesandte des letzteren gefangen nahmen, wurde der Bischof so lange in Haft gehalten, bis er seine letzten Besitzungen dem Bedränger überantwortet hatte. Da einige seiner Getreuen die ihrer Hut anvertrauten Burgen nicht übergeben wollten, weil sie den erhaltenen Auftrag für eine feindliche List ansahen, mußte der Bischof sie aus untrügliche Weise darüber verständigen. So richtete er z. B. an die Verteidiger der Feste Riva von seinem
        

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