— 12 — die Beute wieder, die sie den Flüchtenden abgenommen hatten. Da rückte der Herzog der Pommern mit neuen Schaaren heran und die darvb erschreckten Polen nahmen Reißaus. Aber der Liechten- steiner hielt auch jetzt wieder Stand, bis er durch den Polenherzog zum Hauptheer zurückgerufen wurde. Dieses hatte unterdessen Zeit gewonnen, sich in Schlachtordnung zu stellen und den Angriff der Pommern abzuwarten. Die pommerschen Reiter waren auf Besehl ihres Herzogs von den Rossen gestiegen, um zu Fuß uin so leichter an die schweren Pserde der feindlichen Reiterei heranzukommen, die- selben zu töten und so die Ritter in ihren schweren Rüstungen kampf- unfähig zu machen. Wieder war es Heinrich, der zuerst den Kampf aufnahm. Als er das feindliche Heer in Schlachtordnung sah, ries er den Ordensrittern zu: „Wohlan, es ist Gefahr im Verzug, laßt uns den Angriff beginnen", und sprengte sofort mit den Seinen in stürmischem Angestüm auf die Feinde los. Ihm folgte das ganze Heer. Nach mehrstündigem Kampfe wichen die preußischen Reiter in die Gebüsche und die Pommern, als sie hörten, ihr Herzog sei gefallen, warfen sich in die Flucht und überließen das Schlachtfeld dem Gegner. Das Kreuzheer erfocht so einen glänzenden Sieg, den es der Tapferkeit Heinrichs verdankte. 1600 Pferde waren erbeutet und 1Z00 Feinde bedeckten das Schlachtfeld, wogegen das Kreuz- heer nur geringe Verluste hatte. An dem Friedensschlüsse nahm auch Heinrich von Liechtenstein teil. Noch im Jahre 1246 vollbrachte derselbe eine neue Heldentat. Es war in der berühmten Schlacht an der Leitha (15. Juni). Die Llngarn waren in Oesterreich eingebrochen und hatten den Herzog Friedrich mit Krieg überzogen. Am Leithaflusse trafen die beiden Heere aufeinander. Der Herzog warf sich mit Lingestüm auf die Angarn, trieb sie zurück, trennte sich aber dabei zu weit von seinem Hauptheere. Ein Pfeil tötete fein Pferd; er stürzte mit demselben und ward von einer feindlichen Lanze durchbohrt. Nun übernahm Heinrich von Liechtenstein den Oberbefehl, und nach langem, hartem Kampfe ward ein voller Sieg erfochten. Klagend über den Tod ihres Herren kehrten die Oesterreicher heim. Der unerwartete Tod des Herzogs brachte große Anordnung und Zwietracht in seine Lande, da Herzog Friedrich kinderlos und ohne Testament gestorben war. Lange konnte man sich über die
        

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